Den zweiten Teil unserer Medienreise verbringen wir in Kapstadt.

 

Nachdem wir den Anfang unserer Reise in Johannesburg verbracht haben und viele spannende Einblicke gewinnen konnten, sind wir in Kapstadt angekommen. Von wunderbarem Wetter und Sonnenschein begrüßt merken wir schnell, wie unterschiedlich die beiden Städte sind. Die Hafenstadt Kapstadt liegt an der Südwestküste Südafrikas und ist freundlicher. Wir fühlen uns sicherer und die Zäune um die Häuser wirken nicht ganz so hoch und bedrohlich wie in Joburg. Auch hier prallen Armut und Reichtum aufeinander und die Gegensätze sind extrem, die gesamte Atmosphäre ist jedoch auf den ersten Blick angenehmer.

 

 

 

 

13th World Media Economics and Management Conference

 

Ein Gruppenfoto am Strand des Konferenzhotels

Ein Gruppenfoto am Strand des Konferenzhotels

 

Wir starten in die zweite Woche mit dem Besuch der 13th World Media Economics and Management Conference (kurz WMEMC). Dieses Jahr beschäftigten sich die Speaker mit dem Thema “Media Management in the Age of Tech Giants: Collaboration or Co-opetition?“. Die jährliche Konferenz fand bisher schon in Schweden, UK, Finnland und vielen weiteren Ländern statt. Jil Sörensen, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hamburg Media School, hat auf der WMEMC ein Paper vorgestellt. Wir waren als Unterstützung und interessiertes Publikum dabei. Seht im Video worum es in Jils Vortrag ging und was ihr persönliches Highlight war.

 

 

 

New Media Publishing – Von TV über Kommunikation zu Food

 

New Media Publishing ist Südafrikas größte Content Marketing Agentur. Von Magazinen, über Newsletter und interne Kommunikation bis hin zu Video und Social Media bietet die Agentur alles an. Wir wurden von Creative Director Crispian Brown begrüßt und haben eine Führung durch die Agentur bekommen.

Crispian Brown von New Media Publishing gibt uns eine Führung durch die Agentur

Crispian Brown von New Media Publishing gibt uns eine Führung durch die Agentur

 

 

Den ersten Aha-Moment, der etwas Off-Topic war, hatten wir gleich zu Beginn seines Vortrags. Seit Beginn unserer Reise fragten wir uns, warum überall in Johannesburg und Kapstadt Satellitenschüsseln stehen, das heißt Empfänger für das Bezahlfernsehen von Multichoice. Denn das durchschnittliche Einkommen in Südafrika beträgt umgerechnet 800€ und viele Menschen verdienen deutlich weniger. Folglich ist das Bezahlfernsehen mit monatlich 66€ sehr teuer. Crispian Brown gab uns auf diese Frage endlich eine Antwort. Für Südafrikaner ist die Familie das Wichtigste. In einer unsicheren Umgebung ist der Fernseher ein essentielles Element, um die Kindern drinnen zu behalten und somit in Sicherheit zu wissen. Dafür investieren viele Familien den vergleichsweise hohen Geldbetrag gerne.

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Ein wichtiger Bestandteil der Agentur ist der Bereich interne Kommunikation. Sowohl in Südafrika, als auch weltweit, wird die richtige Kommunikation innerhalb von Unternehmen und mit den Mitarbeitern immer wichtiger. Gut ausgebildetes und vernetztes Personal gilt heutzutage als Erfolgsfaktor. New Media Publishing ist in diesem Bereich aktiv, sie sagen: “Our Job is to help cooperations to communicate and cooperate.”

Darüber veröffentlicht die Agentur auch eigene Print-Titel und arbeitet mir Marken an gemeinsamen Publikationen. Für Woolworth produziert New Media Publishing beispielsweise das Magazin “Taste” und baut darum eine Food-Marke auf.

 

Primedia Broadcasting – Die Zukunft sind Daten

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Bei Primedia Broadcasting, einem Unternehmen, das vier Radiosender in Johannesburg und Kapstadt betreibt, erfahren wir alles über ihre Arbeit mit Daten. Primedia Broadcasting baut seit 2012 eine Datenbank auf, um Prozesse und Arbeitsweisen zu optimieren. Es wird damit ein neuer Algorithmus entwickelt, der digitales Verhalten und Radionutzung tracken und auswerten kann. Allan Kent, Head of Digital, berichtet uns dabei ausführlich von den eingesetzten Tools und neuen Technologien. Seht im Video mehr:

 

 

Triggerfish Animation Studios – Die Welt der Animationsfilme

 

Triggerfish Animation Studios ist ein Computer Animationsstudio mit Sitz in Kapstadt und wurde 1996 gegründet. Zwei der fünf erfolgreichsten Filme Südafrikas sind in Zusammenarbeit mit ihnen entstanden. Die beiden Animationsfilme “Adventures of Zambezia“ und “Khumba“ hatten international großen Erfolg. Sie spielten über 95 Prozent ihrer Einnahmen außerhalb Afrikas ein.

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Die afrikanische Animationsszene ist ziemlich klein und es gibt wenig gut ausgebildetes Personal. Zum einen gibt es starke Konkurrenz zur Gaming Industrie, da dort ähnliche Fertigkeiten gebraucht werden, andererseits ist es auf Grund von Visa Problemen schwierig Personal aus anderen Ländern und Kontinenten zu bekommen. Wie uns CEO Stuart Forrest berichtet, ist die Produktion von Animationsfilmen sehr aufwändig. Für einen Spielfilm benötigen etwa 120 seiner Angestellten ganze drei Jahre.

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Das Bürogebäude von Triggerfish ist sehr ausgefallen. Eine hundert Jahre alte südafrikanische Farm wurde mit Workstations und einer großen Renderfarm ausgestattet. Ein sehr spannender Besuch, bei dem wir einen ganz anderen Blick auf Animationsfilme bekommen haben.

 

Gruppenfoto bei Triggerfish

Gruppenfoto bei Triggerfish

 

Naspers – Das größte Medienunternehmen Afrikas

 

Der Name Naspers fiel auf unserer Medienreise immer wieder. Kein Wunder, denn Naspers ist das größte Medienunternehmen des afrikanischen Kontinents und eine weltweit aktive Internet- und Unterhaltungsgruppe. Naspers ist in den Bereichen Print, Online und TV aktiv und ist darüber hinaus einer der größten Technologie-Investoren weltweit.

 

Zu Besuch bei Naspers

Zu Besuch bei Naspers

 

Naspers wurde im Jahr 1915 in Stellenbosch (Südafrika) gegründet und begann mit der Herausgabe der niederländischen Zeitung “Die Burger”. Es folgte eine Ausweitung des Geschäfts auf die Herausgabe von Büchern. Seit Mitte der 80er entwickelt sich das Unternehmen von einem Verlagshaus zu einem multimedialen Konzern weiter. Naspers ist heute in 120 Ländern aktiv.

Seit 2000 ist das Print- und Nachrichtengeschäft unter der Dachmarke Media24 gebündelt, welche wir auch noch besuchen werden. Laut Minette Havemann von Naspers Venture ist das Unternehmen auf dem besten Weg, seinen gesamten Umsatz im Online-Geschäft zu machen. In den letzten zehn Jahren ist der Online-Umsatzanteil von 11 Prozent auf über 75 Prozent gestiegen. Die Zukunft von Printmedien sieht sie in Nischenprodukten und lokalen Themen.

Als großer Technologieinvestor hat Naspers Beteiligungen an über 100 Unternehmen. Zu den bekanntesten zählen Tencent oder Delivery Hero, aber auch Unternehmen wie Udemy oder SimiliarWeb gehören zum Portfolio.  Naspers verfolgt dabei folgende Strategie: “We believe in the power of local backed by global scale and we look for opportunities to address big societal needs in markets where we see the greatest growth potential.”

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Fotos: Prof. Dr. Armin Rott