Liebe Trend-Jäger und Medien-Junkies,

so langsam zieht der Frühling ein und die Wintermüdigkeit verschwindet. Etwas Sonnenschein, freie Ostertage und blaue Streifen am Horizont steigern doch sofort Elan und Motivation. Ich habe das Gefühl, dass auch die Medienschaffenden ihre Innovationslabore und Trendschmieden richtig auf Hochtouren laufen lassen. Was ihr im April wissen müsst, um beim Small Talk für Begeisterung, Erstaunen und Spaß zu sorgen? Hier meine fünf Highlights des Monats.

 

1. Erstes Virtual-Reality-Kino öffnet seine Türen

Noch sind VR-Brillen in Privathaushalten wenig verbreitet. Umso spannender nun, dass in Amsterdam das erste VR-Kino der Welt am 3. März seine Pforten geöffnet hat. In einem 30minütigen Programm erleben die Zuschauer, was VR bisher zu bieten hat. Ohne großen Aufwand oder Investitionen kann so das VR-Erlebnis getestet werden. Über New York hinwegfliegen, auf einem Rollstuhl durch eine gruselige Nervenheilanstalt geschoben werden oder einfach nur mal die Wolken von oben sehen? Im VR-Kino alles kein Problem. Für 12,50€ kann der Zuschauer in die virtuelle Realität abtauchen. Hinter dem Kino steht Samhoud Media, das bereits Anfang des Jahres mit dem Programm durch einige europäische Städte, darunter auch Berlin, tourte.

 

2. MSQRD erweitert Facebook-Portfolio

Wer auf Snapchat unterwegs ist sieht, wie beliebt Videofilter sind: von Stickern bis hin zum Face Swap, dem Austausch der Gesichter mehrerer Personen. Nachdem Snapchat vor Kurzem den Dienst Looksery gekauft hat, zieht Facebook mit dem Kauf des weißrussischen Tools MSQRD (Masquerade) nach. MSQRD selbst bezeichnet sich als „Face Tracking & 3D Face Placement SDK” und bleibt trotz einer Facebook-Integration als Stand-Alone-Lösung erhalten. Für Facebook ist dies ein Teil der Bewegtbildstrategie – angekündigt sind auch Videoschnitt-Tools.

 

3. Das weltgünstigste Smartphone kostet 3,30 Euro

Der indische Hersteller Ringing Bells hat unter dem Namen Freedom 251 das nach eigenen Angaben „günstigste Smartphone der Welt” angekündigt. Das Gerät ist für 251 Indische Rupien (etwa 3,30 Euro) erhältlich. Indien ist bereits jetzt mit rund 1 Milliarde Mobilfunkverträgen der zweitgrößte Markt für Mobiltelefonie. Mit dem Preis soll nun der ohnehin von günstigen Mobilgeräten dominierte indische Markt angegriffen werden. Das Gerät ähnelt in gewissen Punkten dem iPhone 4: Der 8 GB Speicher, die beiden Kameras und sogar die Optik inklusive Home Button weisen Ähnlichkeiten mit dem Apple-Gerät auf.

 

4.  Computerspiele mit Gedankenkraft steuern

Das Startup Neurorigin, gegründet in San Francisco, versucht Virtual-Reality-Gaming auf ein ganz neues Level zu heben. Das Unternehmen entwickelt eine Technologie, mit der sich der Spiele dank Virtual-Reality-Brillen nicht nur in einer neuen Welt wiederfinden, sondern dank EEG-Headsets seinen digitalen Avatar auch durch Gedanken steuern kann. So soll die Bedienung von Computern und anderen audiovisuellen Geräten durch klobige Controller der Vergangenheit angehören.

 

5. Humanoide Roboter kommen: Hallo Sophia!

Hanson Robotics stellte im März dieses Jahres auf der SXSW Interactive in Austin (Texas) seine neueste Roboter-Technologie vor. Sophia ist ein menschenähnlicher Roboter, der bereits 60 Gesichtsausdrücke beherrscht. Kameras in ihren Augen nehmen Gesichtsausdrücke von Menschen auf und Sophia analysiert diese ununterbrochen während eines Gesprächs mit einem Menschen. Sophias Fähigkeiten sind noch lange nicht perfekt, aber Hanson Robotics wird konstant an ihrer Intelligenz arbeiten, denn das Unternehmen hat mit dem Roboter Großes vor. Ziel ist es, dass man den Roboter zukünftig in der Gesundheitspflege, im Therapiebereich, Bildungswesen und auch als Kunden-Service-Instrument nutzen kann.

 

Ihr seid auf der Suche nach weiteren coolen Entwicklungen aus dem Medienbereich? Ich empfehle den Case of the Day, den wir in Zusammenarbeit mit nextMedia.Hamburg veröffentlichen. Gebündelte Informationen gibt es im monatlich erscheinenden nextMedia.Kompass.

 

Foto: Screenshot http://msqrd.me/