Creativity und Engagement – das sind die Schlagworte, die für den Digital Innovators Summit (DIS) 2015 stehen. Er führte Vordenker aus aller Welt für zwei Tage nach Berlin, wo sie mit Vorträgen, Diskussionen und Workshops Impulse an hunderte Vertreter der Medienbranche gaben.

DIS 2015

DIS 2015

Von Susanne Meise

Für Richard Gingras, Senior Director of News and Social Products bei Google, wird das Internet noch viel zu sehr genutzt, um Bestehendes ins Netz zu übertragen. Viel zu wenig werde es als Mittel begriffen, Neues zu wagen und zu realisieren, klagt Gingras. Der DIS bot da viele inspirierende Beispiele wie die Plattform Kitchen Stories, die mit Kochrezepten zwar nichts wirklich Neues bietet, aber mit der Art und Weise, wie die Zubereitung vermittelt wird. Gerichte entstehen von Bild zu Bild, unterlegt mit Musik und gespickt mit Sprechblasen, die kurze Infos enthalten. Ein Konzept das zunächst Apple und schließlich Kochfreunde in der ganzen Welt begeisterte.
Beispiele, Dinge neu zu denken, sind auch Pay per Laugh – eine Aktion, bei der der Zuschauer eines Theaters keinen pauschalen Eintritt, sondern für die Summe seiner Lacher bezahlt, die per Tablet oder Handy erfasst werden, oder Keep the Change – ein Angebot der Bank of America, kleines Wechselgeld beim Einkaufen per Karte auf ein Konto zu laden, anstatt es zuhause in einem Glas zu sammeln. Seit dem Start hat die Bank 12 Millionen neue Kunden gewonnen, die mehr als 3,1 Billionen US Dollar gespart haben.
Solch Kreativität braucht es auch in den Medienhäusern der Welt, um mit den zumeist noch kostenlosen Internetauftritten endlich Geld zu verdienen – das war die klare Botschaft vieler Vorträge. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es exklusive Inhalte und Qualitätsjournalismus (Svein-Erik Hole, Editor in Chief, TU Media) und User, die mit dem Medium interagieren (Kelly Leach, CEO Piano Media). Wer beides bietet, wird aus dem Besucher einen regelmäßigen Gast, aus dem Gast einen Abonnenten und aus dem Abonnenten einen treuen Abonnenten machen. Doch ein Abo ist nicht die einzige Lösung, wie Marten Blankesteijn, CEO von Blendle, deutlich machte. Denn viele Menschen möchten heute guten Journalismus, für den sie bereit sind zu zahlen – allerdings in anderer Form, beispielsweise wie bei der Musikplattform Spotify. Auch Paypal hat sich hier als möglicher Partner der Medienhäuser präsentiert.
Ein Umdenken ist auch bei der Werbung erforderlich: Banner ads sind out, native ads und B2B-publishing sind angesagt.
Wer tiefer einsteigen will, sollte sich den Innovation 2015 World Report gönnen. Und einen Rat von Jan Moberg aus Norwegen unbedingt beherzigen: „Most important of all… Never rest. Wake up every morning and believe you will change the world.“

DIS 2015

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