Gastgespräch mit Christoph Walter, Redaktionsleiter bei dpa-Custom Content, zu neuen Erlösmodellen der dpa

Start-Up feeling beim etablierten Player? Ja, das geht.

 

Seit Jahren sinken die Auflagen im Printmarkt. Die Krise auf dem Zeitungsmarkt bekommen nicht nur die Verlage zu spüren. Auch vor- und nachgelagerte Märkte müssen sich neue Erlösquellen suchen und zukunftsträchtige Geschäftsfelder erschließen. So auch die Deutsche Presse-Agentur GmbH. Mit mehreren neuen Geschäftsbereichen erstrebt diese eine Stärkung der ursprünglichen Kernkompetenz. Denn mit steigenden Kosten müssen neue Wege gegangen werden.

 

Neben dpa-Auftragsgrafik, dem dpa-Newslab, dpa-VideoService und anderen ist eines dieser Geschäftsfelder Custom Content (CC). Dieser Bereich wurde vor knapp drei Jahren gegründet und wächst seither stetig – gemessen sowohl an den Umsätzen als auch an der Größe des Portfolios. Mit seinen acht fest angestellten Mitarbeitern betreut CC etwa vierzig Kunden. Dem zu Grunde liegt ein Prinzip: Alle Aufträge müssen sich direkt refinanzieren. Gelder von der Mutter dpa gibt es nicht.

 

Im Unterschied zu anderen Unternehmen ist das Erschließen neuer Erlöse allerdings durch zwei Faktoren erschwert: Bei allem, was die dpa macht, gilt immer die Prämisse der Neutralität und Unabhängigkeit. Zum anderen darf sie natürlich nicht mit den eigenen Gesellschaftern konkurrieren. Eine Lösung ist da die Erweiterung der bereits bestehenden Kernkompetenz. So bietet CC seinen Kunden die Erstellung neuer Inhalte zur Information und Publikation, sowie weitere Dienstleistungen wie Redigieren und Layout-Arbeiten. Neben customized briefings und news feeds erstellt CC beispielsweise Magazine, fertige Zeitungsseiten und weitere Publikationen – für Medien, Politik und Unternehmen. CC profitiert dabei von agilen Strukturen im eigenen Team in Kombination mit dem großen Netzwerk und Know-how der gesamten dpa.

 

Als größte Herausforderungen beschreibt Christoph Walter, Redaktionsleiter bei CC, den Aufbau des Fundaments seiner Abteilung, gerade im Hinblick auf die Vielfalt der Produkte. Das Ganze habe schon starken Start-Up-Feel. Den Erfolg seiner Abteilung schreibt Herr Walter vor allem seinem Team zu. CC wächst mit seinen Aufgaben und schaut gespannt in die Zukunft.

 

Dass dieses neue Geschäftsfeld die Kernleistungen der dpa ergänzt und dazu beiträgt, ihre Zukunftsfähigkeit zu erhalten, wird in diesem Gastgespräch deutlich.

 

Wir danken Herrn Walter für seinen Besuch an der HMS und wünschen dpa-CC natürlich weiterhin viel Erfolg!

 

Christoph Walter, dpa, zu Gast bei der Hamburg Media School

Christoph Walter, dpa, zu Gast bei der Hamburg Media School