Passend zum Beginn der Rückrunde der Bundesliga startete Anfang Januar diesen Jahres der zweite Durchgang der Praxisprojekte an der HMS. Anna, Jacky, Linda und ich durften als Viererteam die Axel Springer Sport Verlag GmbH unterstützen. Betreut wurden wir dabei von Florian Müller, dem Verlagsreferenten und Katharina Heinz, Objektleiterin SPORT BILD und ihres Zeichens HMS-Studentin im EMBA. Seitens der HMS standen uns wie immer Prof. Dr. Armin Rott und Ulrike Meier mit Rat und Tat zur Seite. Unsere Aufgabe war es, die Positionierung der Marke SPORT BILD im Wachstumsfeld eSports zu erarbeiten. Dies beinhaltete eine Analyse, inwiefern eine Berichterstattung zu eSports sich in die SPORT BILD bzw. die BILD-Familie integrieren lässt. Darauf aufbauend entwickelten wir dann ein Konzept zur Umsetzung und leiteten mögliche Geschäftsmodelle ab. Mit Blick auf die verschiedenen Titel der BILD-Familie haben wir uns vor allem auf SPORT BILD konzentriert.

 

Die SPORT BILD, die es seit 1988 gibt, ist die größte und auflagenstärkste Sportzeitschrift Europas. Herausgegeben wird sie von der Axel Springer Sport Verlag GmbH, einer Tochterfirma des Axel Springer Verlags und erscheint jeden Mittwoch. Das Magazin hat eine Reichweite von knapp fünf Millionen, wobei das Angebot Print- und digitale Inhalte umfasst. Die Leserschaft ist überwiegend männlich und mittleren Alters. Neben Sonderheften und Specials zu verschiedenen Sportarten wie Fußball oder Motorsport, gehört zur Publikation auch der SPORT BILD Award, mit dem jährlich die besten Sportler aus unterschiedlichen Disziplinen geehrt werden. In Bezug auf eSports widmet SPORT BILD dem Thema als einziges Print-Magazin regelmäßig eine Doppelseite im Heft.

Die vier Mitglieder vom Team Sport Bild auf der Dachterasse des Unternehmens in Hamburg

Mit diesem Vorwissen sind wir dann in die Bearbeitung gestartet, die für uns zunächst eine intensive „Aufschlauungsphase“ bedeutete. Aufgrund der zahlreichen Spieltitel, die ein großes Maß an Vorwissen voraussetzen und den daraus gewachsenen (inter-) nationalen Spiel-, Team- und Ligastrukturen ist dieser relativ junge Bereich von außen betrachtet sehr vielschichtig und nicht leicht zugänglich. Wir arbeiteten uns in die Materie ein und nach einigen Brainstormings standen die Grundzüge unseres Konzeptes, das wir in anschließenden Terminen mit unseren Betreuern weiter verfeinerten. Sehr hilfreich erwies sich außerdem unser Besuch in der SPORT BILD-Redaktion, bei dem wir uns intensiv mit Mitarbeitern der einzelnen Bereiche auch in Bezug auf die (zukünftige) Einbindung des Themas eSports austauschen konnten. Zusätzlich durften wir einer Redaktionskonferenz beiwohnen, bei der wir zugleich als „neue Viererkette“ vorgestellt wurden und bei der auch sämtliche Außenredaktionen sowie die Kollegen in Berlin zugeschaltet wurden. Zu weiteren Recherchezwecken besuchten wir darüber hinaus ein eSports-Networking-Event im betahaus hier in Hamburg, wo sich aus den dort geführten Gesprächen interessante Anknüpfungspunkte für unser Projekt ergaben. Am Ende dieses stetigen Überarbeitungsprozesses stand dann die Endpräsentation, die wir am Donnerstag, den 22.03.2018 bei SPORT BILD halten durften. Ausgehend von einer intensiven Zielgruppen- und Wettbewerbsanalyse umfasste unser Endprodukt ein ganzheitliches inhaltliches Konzept für SPORT BILD sowohl für Print als auch Digital inklusive Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen, das wir mit Hilfe selbsterstellter Beispiele illustrierten.

 

Insgesamt hat uns dieses Praxisprojekt sehr gut gefallen. Wir wurden von unseren Auftraggebern wirklich gut betreut und haben uns auch gut aufgehoben gefühlt. Die Einarbeitung in das Thema eSports war eine Herausforderung, da die Strukturen unübersichtlich und weit verzweigt sind. Allerdings war es gerade aufgrund dieser Komplexität umso spannender dort tiefer einzutauchen und die bestehende Vielfalt kennenzulernen. Da man davon ausgehen kann, dass eSports bald auch im Mainstream ankommen wird, kann es nur von Vorteil sein, sich in dem Feld auszukennen. Wir behalten die Entwicklungen auf jeden Fall im Auge und wer weiß, vielleicht geht unser Projekt ja in die Verlängerung?