Wir durften den Hamburger Architekten Hadi Teherani in einem Gastgespräch an der Hamburg Media School begrüßen. Der Architekt der „Tanzenden Türme“ auf der Hamburger Reeperbahn hat uns nicht nur einen Einblick in seinen spannenden Beruf gewährt, sondern auch hilfreiche Tipps gegeben, wie wir an neue Projekte herangehen sollten.

 

Von Mia Schünemann und Jacquelina Ilievski

 

Hadi Teherani vertritt eine ganzheitliche Herangehensweise. Er will Dinge von allen Seiten betrachten können. Nicht umsonst umfasst sein Büro nicht nur Architektur, sondern auch Produktdesign, Interior Design und Consulting. Zu den Bauwerken des 1954 im Teheran geborenen und in Hamburg aufgewachsenen Architekten zählen unter anderem die Tanzenden Türme, die Europa Passage und das Dockland in Hamburg. Er hat aber nicht nur in Hamburg bleibende Eindrücke hinterlassen. Seine Bauwerke finden sich u.a. in Köln, Berlin, Abu Dhabi oder Teheran.

 

Nach dem Abitur studiert er in Braunschweig und ist danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Aachen beschäftigt. In Köln entwirft er Kleidung, kauft den Stoff und färbt ihn selber, um über die Mode, Leute in sein Bürogeschäft zu locken. Es folgen die Entwürfe von Möbelstücken. Dies immer in dem Bestreben, sie so zu entwickeln, dass sie lange Bestand haben und zeitlos sind.

 

Gruppenfoto des Gastgespräch Hadi Teherani

Hadi Teherani zu Besuch an der Hamburg Media School

 

Das Geheimnis von Zeitlosigkeit: Dynamik und Bewegung. So wie die Tanzenden Türme aus jeder Perspektive anders aussehen, so sieht der international renommierte Stararchitekt Teherani seine Bauwerke – obwohl er sie kennt – jedes Mal wieder aus anderen Blickwinkeln.

 

Architekt zu sein, ist seine Berufung, aber hinter dem Spaß steckt harte Arbeit. Wenn die Entwürfe stehen, wollen viele (der Bauherr, Behörden, etc.) diese verändern, es braucht ein starkes Rückgrat, um die eigenen Ideen durchzuboxen, auch wenn das bedeutet, dass 15 Jahre bis zur Genehmigung vergehen. Beharrlichkeit und gute Arbeit zahlen sich aus.

 

Angst vor dem leeren Blatt Papier hat er dabei nicht und empfiehlt auch uns: „Der Entwurf ist da, Ihr müsst ihn nur noch erkennen“. Unabdingbar für das Herangehen an ein Projekt sind Systematik und Ganzheitlichkeit, Nachhaltigkeit und Kreativität. Wichtig zudem: jung bleiben, neue Dinge für die Zukunft machen und nicht zuletzt qualitativ sehr gute Arbeit leisten. Dann wird, wie in seinem Falle, aus der harten Arbeit eine Marke, deren Früchte nicht nur monetärer Natur sind: Sein größtes Glück ist es, wenn andere Personen sich an der Schönheit seiner Werke erfreuen.

 

Wir danken Hadi Teherani für das ausgesprochen inspirierende Gastgespräch, das uns überaus interessante Einblicke in eine Welt außerhalb unseres gewohnten medialen Terrains eröffnet hat!