Mit PayOrShare wagt sich eine der frischgebackenen MBA-Absolventen an ihr eigenes Start-up. Wir hatten die Gelegenheit Fiona Brandes zu interviewen und Genaueres über ihre Geschäftsidee und ihren Alltag zu erfahren.

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Fiona, nochmal herzlichen Glückwunsch zu deinem tollen Start-up und vielen Dank, dass du für den HMS-Blog ein Interview gibst.

Fangen wir auch gleich mal mit der ersten Frage an:

 

Wie und wann kam es überhaupt zu der Idee von PayOrShare und wolltest du schon immer direkt nach der HMS gründen?

Die ganz klassische Gründungsgeschichte ist es in meinem Fall ja nicht. Die Idee zu PayOrShare hatte unsere Investorin Katharina Wolff im letzten Jahr. Da sie selbst aber mit ihrer eigenen Personalberatung und zahlreichen weiteren Startup-Projekten ausgelastet ist, hat sie ein Team zusammengestellt, das die Idee weiterverfolgt und in die Realität umsetzt. So ist zuerst Max und ein paar Monate später bin ich mit an Bord gekommen. Der Kontakt kam bei mir übrigens über eine Empfehlung aus dem HMS-Netzwerk ;)

Mit der Startup-Szene hab ich schon das ganze Studium über geliebäugelt. Feuer gefangen habe ich vor allem in dem Beratungsprojekt für den Axel Springer Accelator Plug and Play, für das wir diverse Gründer, Mentoren und Investoren interviewt haben. Danach bin ich dann öfters zu Meetups gegangen auch wenn ich als Studentin dort eher der Exot war. Dass ich dann selbst so schnell in eine Gründer-Rolle schlüpfen darf, war so nie direkt geplant.

 

Magst du noch einmal für die, die es noch nicht mitbekommen haben, deine Geschäftidee von PayOrShare erläutern?

Mit PayOrShare geben wir dem Nutzer die Wahl zwischen zwei Bezahlmethoden im Internet. Neben der klassischen Onlinezahlung machen wir die Reichweite in sozialen Netzwerken zur Währung. Gerade für digitale Inhalte wie Artikel, Games oder Videos aber auch für Coupons können die User in Zukunft auch mit einem Share bezahlen. Für unsere B2B-Kunden bedeutet das Monetarisierung, Reichweitenaufbau und Nutzerinsights über die durch uns generierten Daten.

 

Ihr arbeitet nur zu zweit oder? Welche Aufgaben übernimmst du? Wie sieht dein Arbeitspensum pro Woche aus?

Unser Team ist mit 5 Leute tatsächlich inzwischen schon etwas größer.  Esther unterstützt uns als Interims-COO bei diversen Projekten und wir haben inzwischen zwei weitere Entwickler mit dabei. Die restlichen Aufgaben liegen bei Max und mir. Als CTO ist er für das Produkt, die Daten und technische Entwicklung verantwortlich. Er programmiert schon seit der Schulzeit und hat vorher Forensiksoftware für Kanzleien entwickelt. Ich kümmere mich vornehmlich um Marketing und Sales. Alles was sonst noch anfällt wie Investorenakquise, Finanzpläne, Personalfragen, Verträge etc. versuchen wir uns so gut es geht zwischen uns und Esther aufzuteilen bzw. gemeinsam zu entscheiden. Max hat übrigens Jura studiert und ich BWL, das ist eine ganz praktische Kombi.

Das Arbeitspensum?

Stellt euch die letzte Woche vor einer Praxisprojektpräsentation plus drei Klausuren vor und das seit knapp drei Monaten. Im Moment bleibt tatsächlich nicht viel Zeit für irgendetwas anderes, aber das war mir vorher klar. Mit dem Kopf bin ich eigentlich immer irgendwie bei PayOrShare. Das ist ein Abenteuer, in das du dich entweder mit Haut und Haaren stürzt oder du lässt es lieber bleiben.

 

Wie sehen eure nächsten Schritte aus? Gibt es besondere Hürden auf dem Markt für euer Konzept?

Viele Dinge müssen wir am Markt jetzt erproben. In nächster Zeit werden wieder eine Reihe Kampagnen live gehen und wir werden sehen, wie die User tatsächlich auf das Teilen reagieren, welches Pricing realistisch ist und welche Bedürfnisse die unterschiedlichen Branchen wie Verlage, Gaming-, Video- oder E-Commerce-Anbieter haben. Genau im Blick behalten wir natürlich auch die Entwicklungen beim Thema Datenschutz.

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Die Reichweite in sozialen Netzwerken wird monetarisiert

 

Und nun zum Abschluss, Fiona…vermisst du dein Studentenleben an der HMS und in wie weit hat dich die HMS dort hingebracht, wo du jetzt bist?

Vermissen tue ich eigentlich nur die Leute, von denen viele gerade wegziehen. Ansonsten bin ich happy über den neuen Abschnitt. Die HMS gibt dir vor allem die Selbstsicherheit an deine eigenen Fähigkeiten zu glauben und die Zuversicht, dass du neue Probleme schon irgendwie lösen wirst. Vor der HMS habe ich viele Jahre für einen Konzern gearbeitet, was auch absolut wertvoll war. Aber ich glaube, das Studium war wichtig, um einige Schranken im Kopf zu lösen und den Mut zu haben,  sich in die vergleichsweise unsichere Startup-Welt stürzen zu können.

 

Vielen Dank, Fiona! Wir wünschen dir natürlich alles Gute für die Zukunft, weiteren Schritte und dass du wenigstens ein bisschen Zeit hast, den kommenden Frühling zu geniessen.

 

Fiona und ihr Gründungspartner Max Fielker

Fiona und ihr Gründungspartner Max Fielker