Der Think Tank Journalismus an der HMS erforscht in Kooperation mit dem Business-Netzwerk XING und TrendResearch Hamburg das Mediennutzungsverhalten der Generation Y. Hier stellen wir die Ergebnisse aus der aktuellen Erhebung (Welle 5 vom September 2014) vor: „Die dritte Mediensozialisation: Was wird aus den ‚Digital Natives‘?“

Generation Y - was wird aus den Digital Natives?

Generation Y – was wird aus den Digital Natives?

Ein gutes Gehalt ist verlockend, aber für die Generation Y nicht das Wichtigste. Wenn junge Erwachsene ihren Arbeitsplatz wählen, ist für sie die Führungsqualität des Chefs oder der Chefin viel entscheidender – so lautet das jüngste Ergebnis (September 2014) des Forschungsprojekts „Was wird aus den ‚Digital Natives‘?“ der Hamburg Media School in Zusammenarbeit mit dem Business-Netzwerk Xing.

Im Umkehrschluss: Wer hoch qualifizierte junge Leute sucht, der sollte seine starren Hierarchien aufweichen, aufs übliche Chefgetue verzichten und Frontalanweisungen nach dem Top-Down-Prinzip vermeiden. Die Herausforderungen für die Unternehmen der „Old Economy“ sind demnach beachtlich.

Mehr als tausend berufstätige Erwachsene zwischen 23 und 35 Jahren wurden unter anderem gefragt: Wie wichtig ist Ihnen Loyalität? Hätten Sie lieber klare Handlungsanweisungen? Mögen Sie direktes und häufiges Feedback? Ist Ihnen berufliche Weiterbildung wichtig? Brauchen Sie offene Kommunikation mit Ihrem Chef?

Die Ergebnisse zeigen deutlich, was die „Generation Y“ erwartet. Vor allem für die jüngeren Frauen ist besonders wichtig, dass der Vorgesetzte sich offen und kommunikativ verhält. Zudem ist der ideale Chef ein loyaler, authentischer und glaubwürdiger Typ, der auch Rückhalt bietet.

Bemerkenswert: Flexibilität beim Arbeiten ist den Digital Natives sehr viel wichtiger als etwa Weiterbildungsmöglichkeiten. Überraschend auch, dass eine gute Feedback-Kultur und gegenseitige konstruktive Kritik für die junge Generation  eine eher untergeordnete Rolle spielt.

Und wie sieht die Realität aus? Wie erleben die Digital Natives ihre Vorgesetzten am Arbeitsplatz, wie groß also ist die Kluft zwischen Führungsanforderung und Führungspraxis?

Das wichtigste Ergebnis: Die Mehrheit der jungen Erwachsenen ist mit dem Führungsstil im eigenen Unternehmen zufrieden. Vor allem die ganz Jungen finden, dass die Vorgesetzten ihnen zur Seite stehen und sie gut anleiten. Allerdings sagt jeder Vierte, bei ihm würden die Führungskräfte die Mitarbeiter nicht genügend wertschätzen. Und insbesondere viele ältere Digital Natives fühlen sich von ihren Vorgesetzten verunsichert, kontrolliert und unter Druck gesetzt.

 

Frage: „Was erwarten Sie konkret von einer guten Führungskraft? Bitte setzen Sie die folgenden Aussagen in eine Rangfolge nach Ihrer Wichtigkeit.“

Abbildung 1a: Ranking der Erwartungen an die Führungskräfte. Mittelwerte. n=1.037. (1=am wichtigsten; 9=am unwichtigsten).

Abbildung 1a: Ranking der Erwartungen an die Führungskräfte. Mittelwerte. n=1.037. (1=am wichtigsten; 9=am unwichtigsten).

 

 Frage: “Was erwarten Sie konkret von einer guten Führungskraft? Bitte setzen Sie die folgenden Aussagen in eine Rangfolge nach Ihrer Wichtigkeit.“

Abbildung 1b: Erwartungen an die Führungskräfte – „Ist mir am wichtigsten“. In Prozent. n=1.037.

Abbildung 1b: Erwartungen an die Führungskräfte – „Ist mir am wichtigsten“. In Prozent. n=1.037.

 

Frage: “Und wie erleben Sie derzeit in Ihren Arbeitsalltag die Führungskräfte?“

Abbildung 2: Führungskräfte im Job-Alltag. In Prozent. n=1.037.

Abbildung 2: Führungskräfte im Job-Alltag. In Prozent. n=1.037.

 

Eckdaten der Erhebung:

Seit Frühjahr 2014 führt das Team des „HMS Think Tank Journalismusforschung“ (Leitung: Prof. Dr. Michael Haller) in Kooperation mit dem Business-Netzwerk XING und TrendResearch Hamburg jeden Monat eine Befragung zum aktuellen Informationsverhalten der „Generation Y“ durch. Diese ist Teil des Forschungsprojekts „Die Zukunft der Medien“. Diese Erhebungswelle fand im September / Oktober 2014 statt. Es wurde eine Stichprobe von 1.037 jungen Berufstätigen zwischen 23 und 35 Jahren (mindestens mittlere Reife als formaler Bildung) mit einem standardisierten Fragebogen online befragt; die Befragten gehören zur ersten Generation, die mit den digitalen Medien (Computer, Computerspiele, Handy, Smartphone) aufgewachsen ist („Digital Natives“).

Weitere Informationen:

http://www.hamburgmediaschool.com/forschung/think-tank-journalismus/aktuelle-studie/

Auch bei Xing werden die Ergebnisse der Studien auf der “Spielraum-Website” veröffentlicht:

https://spielraum.xing.com/2014/10/offenheit-rueckhalt-freiraeume-was-die-generation-y-von-ihrem-chef-erwartet/