Hack Night 2017 -Zalando meets Hamburg Media School

 

Was passiert, wenn man Techies, Product Secialists und Medienmanagement-Studenten aus aller Herren Länder für 30 Stunden einsperrt und ihnen eine gemeinsam zu lösende Aufgabe stellt? Zunächst einmal ziemlich viel Gutes!

 

HMS meets Zalando.

HMS meets Zalando.

 

Wir staunten nicht schlecht, als wir hörten, was sich Tobias Schlottke, Mitgründer von Metrigo und den Online Marketing Rockstars und Armin Rott, Studiengangsleiter Medienmanagement für uns ausgedacht hatten. Zalando Berlin, Zalando Hamburg und Hamburg Media School Jahrgang MM17 sollten sich für 30 Stunden zusammenfinden und gemeinsam an verschiedenen zuvor erarbeiteten Produktideen arbeiten. Sowohl technisch als auch konzeptionell und kaufmännisch sollten Ideen ausgearbeitet werden, um sie am Ende vor einer Jury in einem dreiminütigen Pitch zu präsentieren.

 

Auftaktrede von Tobias Schlottke

Auftaktrede von Tobias Schlottke

Woher kamen diese Ideen? In einem Kickoff-Workshop trafen Zalando-Product Specialists und die 24 Studierenden des Jahrgangs MM17 zusammen und brainstormten auf verschiedenen Ebenen neue Ideen, Trends und technische Produkte für Zalando. Die einzigen Vorgaben: Technische Umsetzbarkeit, Relevanz für das Geschäftsmodell und zusätzliches Erlöspotenzial. Heraus kam eine ellenlange Liste an Ideen, aus denen Teams ihren Favoriten wählen durften. Zum finalen Hackathon im Hamburger Zalando Office arbeiteten 50 Zalando-Mitarbeiter und wir 24 Studierende in zehn Teams 30 Stunden lang an sieben Projekten.

 

In den Team-Räumen wird 30 Stunden lang fleißig gearbeitet.

In den Team-Räumen wird 30 Stunden lang fleißig gearbeitet.

So viel geballte Brainpower an einem Ort, das beeindruckt. Nicht verwunderlich, dass es zunächst galt, alle Teammitglieder aus so verschiedenen Richtungen zu sortieren und dann die jeweiligen Kompetenzen perfekt zusammen zu bringen. Denn nicht nur die Betrachtung einer zu lösenden Aufgabe, sondern auch die Sprache war zum Teil eine erste Hürde. Front-End, Back-End, APIs, KPIs, MVP…Im Raum schwirrten so viele Abkürzungen und mir schon sehr bald der Kopf. Dass wir teils technische Machbarkeit und firmeninterne Prozesse nicht einschätzen konnten stieß auf Unverständnis über Geschäftsmodell-Entwicklung und marktseitige Betrachtungen. Das Tolle daran: Für einen solchen Hackathon ergänzen sich die Kompetenzen in bestimmten Themengebieten eben wunderbar. In allen Teams wurden also Zuständigkeiten verteilt, diskutiert, getüftelt und entwickelt.

 

Für Verpflegung zwischendurch war hervorragend gesorgt und dabei zeigt sich wieder ganz klar: Essen eint. Über die gemeinsame Nahrungsaufnahme entstand Austausch mit Personen aus Berufsfeldern, mit denen wir Medienmanager eher selten in Berührung kommen. Es tat auch nicht weh, dass die Hamburger Zalando-Zweigstelle direkt am Baumwall sitzt und einen atemberaubenden Blick auf den Hafen und die Elbphilharmonie bietet. Zustimmung oder Abneigung zur Elphi brachte schnell neue Gespräche auf und so haben wir nicht nur den Blick genossen, sondern interessante Unterhaltungen geführt und Menschen kennen gelernt.

 

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Bei einem solchen Blick lässt es sich gut arbeiten.

Da wir während der dreißig Stunden wenig Einblick in die anderen Produkte hatten, staunte ich während der wirklich brillanten Pitches nicht schlecht. Jedes der vorgestellten Projekte hätte den einen oder anderen Preis verdient. Ob für Kreativität, lustige Präsentationsweise, umfassende Betrachtung aus allen Winkeln, besonders gute Zusammenarbeit, Umsetzung des Prototypen…die Liste ist endlos.

 

In drei Kategorien wurden Preise vergeben: Best Prototype, Best Concept und Strongest Business Impact.

In drei Kategorien wurden Preise vergeben: Best Prototype, Best Concept und Strongest Business Impact.

 

Wo Lob, da selbstverständlich auch Kritik. Für den einen oder anderen von uns war es nicht einfach, sich in einem solch interdisziplinären Team einzubringen und gute Ideen durchzusetzen. Das studentische Können und Vorerfahrungen wurden teils unterschätzt oder es dauerte besonders lange, einen gemeinsamen Groove zu finden. Aber bei dreißig Stunden bleibt keine Zeit für Teambuilding. Zudem ließen Produkte, die eher technischer Natur waren, wenig Raum für Input seitens der Medienmanager. Bei einer Wiederholung dieser Veranstaltung wäre es sinnvoll, die Studierenden nicht lediglich als „Studenten“ vorzustellen, sondern auch ihre jeweilige Vorerfahrung zu unterstreichen und Produktideen auszuarbeiten, zu denen auch von kaufmännischer und konzeptioneller Seite etwas hinzuzufügen ist.

 

Ich persönlich habe viel gelernt und danke Zalando und der HMS für die Möglichkeit, am „Experiment Hackathon“ habe teilnehmen zu dürfen. Ich hoffe demnach natürlich für nachkommende Medienmanagement-Studiengänge eine Institutionalisierung dieses Formats und rate allen, wenn möglich, an einem solchen Event teilzunehmen.