Kaum ein Thema wird derzeit so intensiv in allen Medien besprochen wie das Eintauchen in andere Welten. Virtuelle Welten.
Seit Monaten beschäftigen wir, Nils Oeynhausen, Sebastian Latacz, Jan Kuchenbecker und Christian Biernath-Wüpping, uns nun mit Virtual Reality und 360°-Videos. Viel ist in dieser Zeit passiert. Gab es damals noch kaum Infos und nur spärliche technische Prototypen, so hat sich der Markt seitdem positiv entwickelt. Vorbei die Zeiten, in denen nur ein paar Verrückte in Deutschland – weit entfernt vom Massenmarkt – an der Technik herumbastelten.
Getreu dem Motto: „Virtual Reality ist eine natürliche Erweiterung eines wachsenden Trends hin zu immer reichhaltigeren und immersiveren Inhalten“, wird an der Hamburg Media School sowohl an der technischen Umsetzbarkeit als auch den Nutzungsmöglichkeiten für Medienunternehmen geforscht.

Um der Frage nach neuen Geschäftsmodellen besser nachgehen zu können, schlossen wir uns hierfür Anfang Januar kurzerhand mit dem Greenhouse von Gruner und Jahr zusammen, um dem Thema aus Verlagssicht näher zu kommen.
Das im letzten Jahr eröffnete Greenhouse Innovation Lab ermöglicht es dem Traditionsverlag, Innovation mit Start-up-Methoden voranzureiben und neue Ideen mit viel fachlicher Unterstützung zu durchdenken. Die perfekte Umgebung für ein Praxisprojekt zu diesem Thema.
Nur zu schnell kann man sich dabei im Vokabel-Dschungel zwischen Virtual, Augmented und 3D-Realität verirren. Schnell wurde allen Beteiligten klar, dass am Ende ein Leitfaden entstanden sein sollte, der den Leser abholt und ein ordentliches Grundlagenverständnis schafft. In den folgenden Wochen zeigte sich für uns die besondere Arbeitsweise des Greenhouse. In der Regel sind HMS-Praxisprojekte zuvor klar strukturiert und definiert. Die Studenten bekommen eine Problemstellung und arbeiten eigenständig auf die Endpräsentation hin.
Die Richtung war klar, das Ziel sollte sein das Thema VR zu durchdenken und zu prüfen, ob VR ein für den Kunden passendes Geschäftsmodell birgt. Zudem sollte im Rahmen des Projektes ein Showcase produziert werden. Hier zählte neben der Endpräsentation auch der gemeinsame Weg dorthin und der Austausch im Projektteam.

Wenn möglich trafen sich die Studenten wöchentlich mit Jens Uehlecke, dem Managing Director des Greenhouse, und seinem Team. Alle nahmen sich viel Zeit, um die Ergebnisse zu besprechen und gemeinsam zu brainstormen, was noch wichtig sein könnte und wo man nochmal ein Auge drauf werfen könnte.

Dabei wurde uns deutlich, nicht nur irgendein Studentenprojekt zu sein. Wir wurden herzlich als Teil der Community aufgenommen und identifizierten uns schnell mit dieser besonderen Institution.
Neben Fragestellungen, die für den Kunden relevant sind, ging es auch darum allgemeinere Fragen zu klären. Wie verbreiten sich VR-fähige Smartphones in Zukunft und handelt es sich nun wirklich um einen Trend, mit dem man sich als Firma beschäftigen sollte?

 

Welches Potenzial hat Virtual Reality und wann wird es den Massenmarkt erreichen?

Welches Potenzial hat Virtual Reality und wann wird es den Massenmarkt erreichen?

Gerade die Frage nach dem Durchbruch von VR im Massenmarkt ist eine spannende und nur schwer zu klärende. Nach langer Überlegung entschieden wir uns, hierzu den Gartner Hype-Cycle zu verwenden, der um Datensätze aus Google Ngram und Trends erweitert wurde. Der Publikationsindex machte für alle Projektteilnehmer die aktuelle Marktsituation deutlich greifbarer und bestärkte für uns die Bedeutung des Themas für Medienunternehmen.

Im Laufe der Zeit wuchs der Wunsch nach einem praktischen Showcase. Die Frage, wie beispielsweise die Marke Stern zukünftig 360°-Videos verwenden könnte, lässt sich einfach am besten anhand eines realen Tests ausprobieren. Hierfür produzierten wir mit dem Video-Lab des stern eine 360°-Doku beim Hamburger Flugzeughersteller Airbus in Finkenwerder. Das Video wurde anschließend über die Stern-Site ausgespielt.

Mit der Präsentation und Übergabe der Forschungsergebnisse an den Kunden Ende März wurde dieses spannende Projekt nun erfolgreich abgeschlossen. Damit endet sicherlich eines der spannendsten Praxisprojekte unseres HMS-Studiums. Nur zu gern wären wir auch weiterhin Teil der Greenhouse-Community geblieben. Die enge Verzahnung in der Arbeitsphase und die Möglichkeit eines kontinuierlichen Austausches waren dabei besondere Erfahrungen. Wir sind gespannt, wie sich das Thema weiterentwickeln wird und stehen natürlich auch weiterhin dem Greenhouse zur Verfügung.