Was wir auf unserer Reise alles beachten müssen und woher diese Umgangsformen kommen. Von Riten, Knigge und etwas Geschichte hatten wir vor der Reise nur eine grobe Ahnung. Besonders für die Unternehmensbesuche sind einige Do’s und Dont’s hilfreich! Als Europäer gilt grundsätzlich, keine falsche Scheu! Die Gastgeber freuen sich sehr über ein paar chinesische Wortfetzen und die Bemühung, sich der Kultur anzunehmen. Also nicht gleich die Stäbchen in den Reis stecken. Mit unseren Tipps kommt ihr sicher durchs Reich der Mitte!

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Verhandlungen und Gespräche

DO

1. Ruhige Stimme

2. Indirekte Ansprache von brisanten Themen (Themen wie Tibet, Kommunismus und Versammlungsfreiheit generell besser aussparen)

3. Über langen Zeitraum Informationen über den Businesspartner einholen, gute Beziehung aufbauen

4. Keine Hektik verbreiten

5. Dolmetscher für wichtige Verhandlungen buchen

6. Vereinfachte Sprache

7. Bescheidenheit is King

8. Smalltalk-Themen: Wetter, Golf, Fußball, Urlaub und die Familie, Understatement

9. Kein Berühren während Smalltalk

10. Visitenkarten mit beiden Händen entgegennehmen, nicht wegstecken

 

DONT

1. Wild gestikulieren

2. Nein sagen

3. Direkt und offen Probleme ansprechen

4. Smalltalk-Themen: Probleme mit Familie und im Beruf, Scheidung

5. Handys in Meetings ausschalten lassen

6.  Formulierung von Fragen die nur mit Ja oder Nein zu beantworten sind (geschlossene Fragen)

7. Schuhsohlen auf den Gesprächspartner zeigen lassen

8. Visitenkarten sofort wegstecken

9.  Gastfreundschaft nicht besonders erwähnen

10. Generell: in der Öffentlichkeit die Nase putzen. Dafür sollte man lieber bei Tisch aufstehen und auf die Toilette gehen.

 

Gastgeschenke

DO

1. Geschenk verpackt an einen Ehrenplatz stellen, später öffnen

2. kitschige Gegenstände toppen funktionelle

3. Geschenke aus Europa (z.Bsp. Pralinen, Bonbons, Werbegeschenke der Firma und Alkohol, Füller, Kulis etc.)

4. Geschenke und Verpackungen in Rot, Pink, Gelb = Fröhlichkeit

 

DONT

1. Geschenke sofort öffnen, erst wenn der Schenkende nicht dabei ist

2. Geschenke in Schwarz oder Blau verpacken, Symbol der Trauer

3. Messer oder andere scharfe Gegenstände verschenken, Symbol der Trennung

4. Weiße Schnittblumen verschenkt man nur im Todesfall und bei Krankheit

5. Schuhe = Katastrophe, Verlassen einer Person

 

Hilfsbereitschaft

 

Es gilt in China als Gesichtsverlust, Unwissenheit zuzugeben und eine Frage wahrheitsgetreu mit „Nein“ beantworten zu müssen. Das führte teilweise dazu, dass uns Einheimische in die völlig falsche Richtung schickten oder die Stirn in Falten legten und minutenlang überlegten, statt uns mit einem Schulterzucken stehen zu lassen.

Denn „Harmonie und Höflichkeit sind in China oft wichtiger als Ehrlichkeit. Daher spricht man Unangenehmes nie direkt an, übt keine offene Kritik, stellt niemals die Schwächen eines anderen bloß und wird sich nie zu einem klaren Nein verleiten lassen“, heißt es im China Knigge.

Tischmanieren

 

Alles geht! Es ist eigentlich alles erlaubt und schon fast höflich, was bei uns am Tisch verboten ist. Schmatzen, Schlürfen und Rülpsen. Während des Essens zu rauchen stört in den meisten chinesischen Restaurants auch nicht. Knochen, Gräten oder andere nicht essbare Tierteile werden am chinesischen Tisch auch gerne auf den Boden oder neben den Teller gespuckt.

Obwohl im 12. Jahrhundert der neokonfuzianische Philosoph Zhu Xi schrieb, dass es bei Tisch keine Geräusche beim Essen geben sollte, gehören diese nicht gerade englischen Tischmanieren zur chinesischen Kultur. Die Kulturrevolution unter Mao Zedong sorgte dafür, dass der Bauernstaat sich auch sittlich wieder mehr proletarisierte. Die meisten Chinesen haben diese Traditionen und Sitten bis heute verinnerlicht.

In Deutschland wird es am nächsten Tag schlechtes Wetter, in China ist der Koch beleidigt. Essensreste gehören in China zum guten Ton. Niemals sollte man seinen Teller oder seine Schale leer essen, sondern bei jedem Gang immer Anstandsreste übrig lassen.

 

Food

 

 

Businesslike: Kampftrinken

 

Nach dem Essen kommt das Besäufnis. Besonders mit Geschäftsleuten wird nach der Mahlzeit das ein oder andere Gläschen gehoben! Der Schnaps „Ergotou“ hat es mit 56% Alkoholgehalt in sich.

Wie entkommt man dem Kampftrinken? Als Frau kann man sich den alkoholwütigen Geschäftspartnern ganz leicht entziehen. Als Mann sollte man gesundheitliche Gründe vorschieben und mit den Worten „Bu hui“ (ich kann nicht) ablehnen. Auf keinen Fall jemals mit „Bu Yao“ (ich will nicht) auf dem Hotel Zimmer verschwinden. Die Verhandlungen könnten nach hinten losgehen, da der Gastgeber dies als Affront empfindet.

Egal, wie lange die Nacht war: Nicht geschätzt wird es, wenn man unpünktlich zu einem Termin erscheint. Wer zu spät kommt, verärgert damit seinen chinesischen Geschäftspartner – auch wenn dieser das niemals offen zeigen würde.

 

Wirklich alles so schlimm?

In China sind uns einige Sitten sowie Hygiene-Faktoren über den Weg gelaufen, die wir so aus Europa nicht kennen und voll in die Gliche-Kerbe schlagen. Was sich gehört und nicht gehört, hat uns während unseres Trips geholfen, war aber gerade für Touristen nicht zwingend Voraussetzung. Wichtiger ist es, ein paar Fetzen Chinesisch auf Lager zu haben. Darüber freuen sich in jeder Kultur die Einheimischen am meisten. Besonders ältere Chinesen sprechen kaum Englisch, so dass ihr mit unseren 19 Redewendungen, Sätzen und Stichworten sicher durch das Reich der Mitte kommt! Viel Spaß beim ausprobieren.

Ohne Chinesisch durch China? Müsst ihr nicht: 19 Sätze, die euch in China bestimmt weiterhelfen

 

1. Hallo 

Ni hao

 

2. Auf Wiedersehen

Zai jian – gesprochen:  [Sie ei dschie-ann]

 

3. Danke

Xie Xie – gesprochen: [Schae Schae]

 

4. Entschuldigung

duì bu qí – gesprochen:

 

5. Ich komme aus Deutschland

wŏ shì dé guó rén – gesprochen: [Hoa schi deguo-ren]

 

6. Ich spreche kein Chinesisch

Wo bu shuo zhongwen – Gesprochen: [uoh bu schuoh dschong-uun]

 

7. Nicht wollen

Bu yao – gesprochen: [Bu yao]

Wörtlich übersetzt bedeutet es „nicht wollen“ und kann in Touristenhochburgen, wie Beijing oder Shanghai sehr nützlich sein, wenn einem der ein oder andere Straßenhändler zu lästig wird.

 

8. Ich habe Hunger

Wo e le – gesprochen: [Hoa uh luh]

 

9. Ich hätte gerne eine Flasche Wasser

Wo yao yi ping shui – gesprochen:  [Hoa yao ie pieng schuay]

 

10. Bitte ohne Hundefleisch

Qǐng méiyǒu gǒu de ròu – gesprochen: [ tjing mejou gou de ru]

 

11. Das Essen war sehr gut.

Zhe dun fan chi-de hen hao. – gesprochen: [dshe dun fan tsch-de en au]

 

12. Die Rechnung, bitte.

Qing jie-zhang. – gesprochen: [tjing djiä-dshang]

 

13. Wie teuer ist es? 

Duo shao qian – gesprochen: [duoh schau tschie-ann]

 

14. Wo befindet sich die Bank?

Yin-hang zai na-li? – gesprochen: [yin ang dsai na-li]

 

15. Wo kann ich das anprobieren?

wŏ shì shì, xíng ma? – gesprochen: [Hoa schi schi ching ma?]

 

16. Zahlen von 1-10

1   –   Yi [ie],

2   –   Er [ar],

3   –   San [sahn],

4   –   Si [suh],

5   –   Wu [uoo],

6   –   Liu [lie-oh],

7   –   Qi [chie],

8   –   Ba [bah],

9   –   Jiu [dschie-oh],

10 –   Shi [schr]

 

17. Wo sind die Toiletten?

Cesuo zai nar – gesprochen: [zuhsuoo sai nahr].

 

18. Darf ich fotografieren?

Wo Ke-yi zhao-xiang ma? – gesprochen: [Hoa ke-yi dshau-chiang ma]

 

19. Ich bin hier im Urlaub.

Wo lai zhe-li du jia – gesprochen: [Hoa lai dshe-li du djia]