Seit Frühjahr 2014 führt das Team des „HMS Think Tank Journalismusforschung“ in Kooperation mit dem Business-Netzwerk XING und TrendResearch Hamburg jeden Monat eine Befragung zum aktuellen Informationsverhalten der „Generation Y“ durch. Hier stellen wir Ausschnitte der Ergebnisse aus der aktuellen Erhebung (9. Befragungswelle vom Jan./Feb. 2015) vor. Diese ist Teil des Forschungsprojekts: „Die dritte Mediensozialisation: Was wird aus den ‚Digital Natives‘?“

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Andere Lebensformen, fremde Sprachen, neue Herausforderungen: Berufserfahrung im Ausland ist hoch angesehen und befördert die Karriere – so denkt man. Und wie sehen dies die jungen Berufstätigen selber? Wir fragten mehr als tausend Berufstätige der Generation Y: „Wären Sie generell bereit, ein Job-Angebot aus dem Ausland anzunehmen und für unbestimmte Zeit in einem fremden Land zu arbeiten?“ Und falls ja: „Welches Land würden Sie bevorzugen?“

 Die Antworten zeigen ein heftiges Dilemma: Einerseits sagt jeder Zweite (56%), dass er „grundsätzlich“ bereit sei, ins Ausland zu gehen. Spitzenreiter sind die englischsprachigen Länder USA, Großbritannien und Kanada. Knapp dahinter die Schweiz, Australien und Schweden.

 Andererseits ist fast jeder Zweite (44%) skeptisch. Von diesen Skeptikern kann sich die Hälfte nicht vorstellen, einen Job im Ausland anzunehmen. Und die andere Hälfte ist sich (noch) nicht im Klaren, wie sie gegebenenfalls auf ein Angebot aus dem Ausland reagieren würde.

 Befürworter und Skeptiker: Diese zwei fast gleich großen Gruppen unterscheiden sich stark: Diejenigen, die gern mal ins Ausland gehen würden, sind meist besser ausgebildet, sind eher männlich und wohnen eher in großen Städten.

 Welche Staaten und Weltregionen gelten als besonders attraktiv? Es ist nicht China, nicht Korea oder Japan – es sind, völlig klar, solche Länder, deren Sprache man sprechen kann. Also in erster Linie die  angloamerikanischen und englischsprachigen Länder. Viele waren wohl schon mal in einem dieser Länder und sagen darum, dass sie „Land und Leute (Mentalität)“ mögen. Aber auch die Lebensqualität und die Verdienstmöglichkeiten spielen eine große Rolle – und deshalb empfänden rund 30% der Befragten ein Angebot aus Schweden oder der Schweiz als durchaus verlockend.

Lebensstandard und Sprachkenntnisse sind demzufolge die ausschlaggebenden Faktoren. Aus diesem Grund setzen die meisten Befragten Frankreich und Italien weit nach hinten; einzig Spanien rangiert noch knapp unter den Top 10. Dieses Ranking spiegelt die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise: Die höhere Arbeitslosigkeit, der niedrigere Lebensstandard und das schwächere Sozialsystem halten viele der jungen Erwachsenen auf Distanz.

 

Wir fragen: Angenommen, Sie erhielten ein Job-Angebot aus dem Ausland. Wären Sie generell bereit, für unbestimmte Zeit in einem fremden Land zu arbeiten?

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Unsere Frage: Wenn Sie sich entscheiden dürften: Welches Land, respektive welche Länder (maximal 3 Nennungen) fänden Sie für Ihre berufliche Tätigkeit am attraktivsten?

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Unsere Frage: Und welche Gründe wären für diese Wahl ausschlaggebend?

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Eckdaten der Erhebung:

Seit Frühjahr 2014 führt das Team des „HMS Think Tank Journalismusforschung“ (Leitung: Prof. Dr. Michael Haller) in Kooperation mit dem Business-Netzwerk XING und TrendResearch Hamburg jeden Monat eine Befragung zum aktuellen Informationsverhalten der „Generation Y“ durch. Diese ist Teil des Forschungsprojekts „Die Zukunft der Medien“. Diese Erhebungswelle fand im Januar und Februar 2015 statt. Es wurde eine Stichprobe von 1.025 jungen Berufstätigen zwischen 23 und 35 Jahren (mindestens mittlere Reife als formaler Bildung) mit einem standardisierten Fragebogen online befragt; die Befragten gehören zur ersten Generation, die mit den digitalen Medien (Computer, Computerspiele, Handy, Smartphone) aufgewachsen ist („Digital Natives“).

Weitere Informationen:

http://www.hamburgmediaschool.com/forschung/think-tank-journalismus/aktuelle-studie/