Seit Frühjahr 2014 führt das Team des „HMS Think Tank Journalismusforschung“ in Kooperation mit dem Business-Netzwerk XING und TrendResearch Hamburg jeden Monat eine Befragung zum aktuellen Informationsverhalten der „Generation Y“ durch. Hier stellen wir Ausschnitte der Ergebnisse aus der aktuellen Erhebung (Welle vom Dezember 2014) vor. Diese ist Teil des Forschungsprojekts: „Die dritte Mediensozialisation: Was wird aus den ‚Digital Natives‘?“

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Frenetischer Jubel zum WM-Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft, Ängste vor den Aggressionen des „Islamischen Staats“ (IS), die bedrohliche Lage durch den Dauerkonflikt in der Ost-Ukraine, plötzlich Ebola in Afrika: verschiedene aufregende Ereignissen haben das Mediengeschehen des vergangenen Jahres stark geprägt. Hat sich die „Generation Y“ für diese dramatischen Ereignisthemen interessiert, hat sie sich mit ihnen näher auseinandergesetzt?

Rund tausend junge, berufstätige Erwachsene haben wir Ende Dezember nach ihrem Themen- und Informationsinteresse befragt. Die Erhebung gehört zum Forschungsprojekt „Was wird aus den ‚Digital Natives‘?“, das die Hamburg Media School in Zusammenarbeit mit dem Businessnetzwerk Xing derzeit durchführt.

Zu folgenden 10 Ereignisthemen aus dem Jahr 2014 sollten die DNs angeben, ob ihr Interesse geweckt wurde, ob sie diese Themen überhaupt für relevant halten und wie intensiv sie sich informiert haben:

 

-Terror des „Islamischen Staats“ (IS)  (ab Mitte 2014)
-Krim-Krise und Kämpfe in der Ost-Ukraine (ab Februar 2014)
-Die Europawahl 2014 (22-25. Mai 2014)
-Hogesa-Demonstrationen (Hooligans gegen Salafisten) (ab 26. Oktober 2014)
-Proteste und Demonstrationen für freie Wahlen in Hongkong (ab Oktober 2014)
-Uli Hoeneß muss ins Gefängnis (02. Juni 2014)
-Deutschland wird in Brasilien Weltmeister (13. Juli 2014)
-Ebola-Katastrophe in Westafrika (ab Mitte 2014)
-Flüchtlingswellen aus Afrika (ab Anfang 2014)    
-Malaysia-Airlines-Flugzeug über dem indischen Ozean verschollen (08. März 2014 bzw. 17. Juli 2014)

 

Diese drei Ereignisse stehen ganz oben auf der Wahrnehmungsskala: der Terror der IS, die Krim-Annexion und der Ausbruch der Ebola. Bei mehr als zwei Drittel der Digital Natives (DNs) haben diese Themen Interesse geweckt. Bei Ebola waren es vermehrt Frauen, die Krim-Krise packte eher die Männer. Aber natürlich auch der Titelgewinn der Fußballnationalmannschaft war eine Top-Nachricht für die 23- bis 35-jährigen.

Das Fußball-Fieber tobte im Sommer vier Wochen lang, dann war das Interesse erloschen. Anders die drei internationalen Großereignisse. Jeder vierte der jungen Erwachsenen ist noch immer interessiert und will wissen, was da weiter passiert. Das liegt offenbar auch daran, dass die meisten jungen Leute genau diese Ereignisse für relevant, also für bedeutsam und folgenreich halten.

Deutlich anders war es mit dem Steuersünder „Uli Hoeneß“ und mit der Europawahl 2014: Beides stieß nur auf unterdurchschnittliches Interesse, beides war für viele junge Erwachsene kaum relevant.

Insgesamt waren die Älteren (33-35 Jahre) an den großen Jahresthemen mehr interessiert als die Jüngeren (23-28 Jahre). Einzige Ausnahme: die Flüchtlingswellen aus Afrika.

 

a. Themeninteresse

Wir fragen: „Inwieweit haben diese Ereignisse Ihr Interesse geweckt?

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b. Informationsinteresse

Unsere Frage: „Wie intensiv haben Sie sich darüber informiert?“

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c. Relevanz der Ereignisse

Unsere Frage: „Wie relevant waren die Ereignisse für Sie? Bitte setzen Sie diese in eine Rangfolge“

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Eckdaten der Erhebung:

Seit Frühjahr 2014 führt das Team des „HMS Think Tank Journalismusforschung“ (Leitung: Prof. Dr. Michael Haller) in Kooperation mit dem Business-Netzwerk XING und TrendResearch Hamburg jeden Monat eine Befragung zum aktuellen Informationsverhalten der „Generation Y“ durch. Diese ist Teil des Forschungsprojekts „Die Zukunft der Medien“. Diese Erhebungswelle fand im Dezember 2014 statt. Es wurde eine Stichprobe von 969 jungen Berufstätigen zwischen 23 und 35 Jahren (mindestens mittlere Reife als formaler Bildung) mit einem standardisierten Fragebogen online befragt; die Befragten gehören zur ersten Generation, die mit den digitalen Medien (Computer, Computerspiele, Handy, Smartphone) aufgewachsen ist („Digital Natives“).

Weitere Informationen:

http://www.hamburgmediaschool.com/forschung/think-tank-journalismus/aktuelle-studie/