Ich möchte ein kleines Märchen erzählen:

Es begab sich in jüngster Zeit, dass sich 22 muntere, lustige und in jeder Hinsicht außergewöhnliche Medienmanagement-Studierende und ein kreativer und professioneller Filmprofi zusammentaten, um die Welt mit fünf verschiedenen Kurzfilmen zu beglücken…

 

So begaben sich die fünf Teams in einen enthusiastischen Prozess des kreativen Erzeugens, dachten über Geschichten nach, dachten über Kameraeinstellungen nach, dachten über Bildfarben nach, trugen dann alles zusammen und stellten es sich gegenseitig mit großer Freude und großem Gelächter vor. Die Ideen so unterschiedlich, wie die einzelnen Teams und doch einte sie ein Detail, das allen zunächst verborgen blieb und auf das uns erst der Filmprofi mit der Nase stieß, nachdem er daheim einen kundigen Blick auf alle Geschichten geworfen hatte. Er ließ uns folgende Botschaft zukommen: „Was mir besonders auffiel, dass das Thema „Einsamkeit“ bei den meisten im Zentrum steht. Auf MICH wirkt es etwas zu melancholisch und zu triste. Dazu habe ich ein paar Vorschläge gemacht. Ich weiß nicht, woher das kommt, denn den Eindruck, den ich von Euch habe, ist das ganze Gegenteil.“

 

Und die Moral von der Geschicht´, einsam sind die Medienmanagement-Studis nicht! (Aber sie scheinen Filme darüber zu mögen…).

 

Keiner weiß so recht, warum wir alle mit den unterschiedlichsten Geschichten vor allem das Thema „Einsamkeit“ in den Vordergrund gerückt haben. Vielleicht war das Wetter schuld oder die Tatsache, dass Montag war, vielleicht war etwas im Trinkwasser oder es herrschte Franzbrötchen-Unterversorgung. Ich kann nur spekulieren…

 

Die Ideen insgesamt gingen aber trotzdem extrem auseinander. Da hatten wir „den Läufer“, „die Neurotische“, die „Generation Z“, den „Cyberschreiber“ und „den Skater“ (von wegen Management ist nicht kreativ!). Der Skater ist das künstlerische Ergebnis von Team 5. Mein Team (#bestteamintheworld #mojafris #teamlove).

 

Team 5 aus dem Jahrgang MM18 bei Filmdreh für das Seminar Medienproduktion.

Team 5 alias MoJaFrIs beim vorbereitenden Location-Scouting für den Dreh.

 

Wir wollten gerne einen dynamischen und jugendlichen Film drehen, der schnelle Schnitte und schöne Aufnahmen beinhalten sollte. Da ein Teammitglied geübter Skateboarder ist, stand das übergeordnete Thema recht schnell fest. Um dem Film aber eine ungewöhnliche Note zu verleihen und weniger You-Tube-Mainstream zu machen, beschlossen wir ein Gedicht aus dem Off vortragen zu lassen, das den Film leicht strukturieren sollte. Dieses Gedicht habe ich dann geschrieben, es handelt vom Skater, der einsam war.

 

Einsamer Skater sitzt auf einer Bank am Altonaer Balkon

Der Skater, der einsam war…

 

Mein Board unter mir, nichts kann mich stoppen

Mein Board unter mir, niemand kann mich toppen

Mein Board unter mir, und ich bin allein

Mein Board unter mir, muss das so sein?

 

Der Weg vor mir ist lang, kennt kein Ende

stets ziehe ich meine Runden im Gelände

am liebsten auf Asphalt so glatt und eben

fühlt sich herrlich an, als würde ich schweben.

 

Die Straßen, die Geräusche und Gerüche, ich spüre die Sonne auf der Haut

Ab und zu, da höre ich Flüche, denen habe ich wohl den Tag gerad versaut.

 

Nicht wichtig, ich halte nicht an, will schnell weiter,

denn wie heißt es so schön: Wer bremst, wird Zweiter.

Oder ging das anders? Ist auch egal

Ich muss einfach weiter, hab keine Wahl.

 

Mein Board unter mir, nichts kann mich stoppen

Mein Board unter mir, niemand kann mich toppen

Mein Board unter mir, und ich bin allein

Mein Board unter mir, muss das so sein?

 

Sehe den Dom, die Alster und Elbphilharmonie

Hamburg, meine Perle, so schön, warst du nie

Das Surren meiner Rollen, der perfekte Moment

Bald wird es dunkel, die Zeit, sie rennt

 

Plötzlich hinter mir, vier weitere Rollen, sie verfolgen mich

Ich trete in die Vollen, mich kriegst du nicht!

Ich leg mich in die Kurve, ich möchte gewinnen

Fahr immer schneller, bin wie von Sinnen.

 

Doch mein Verfolger holt mich ein, was für `ne Pleite, ist wohl doch nicht mein Tag

Ich dreh mich zur Seite, sie lächelt und mich trifft der Schlag!

 

Die Sonne geht unter, wirft erste Schatten auf’s Land

Aber wir, wir fahren weiter, Hand in Hand.

 

Unsere Boards unter uns, nichts kann uns stoppen

Unsere Boards unter uns, niemand kann uns toppen

Unsere Boards unter uns, wir sind nicht allein

Unsere Boards unter uns, das wird immer so sein!

 

Im Rahmen des Produktionsprozesses wurde dieses Gedicht leicht abgewandelt und in neuer Interpretation von “Fritzi Deluxe” für die Off-Stimme aufgenommen.

 

Schön ist, dass wir uns ordentlich darin üben konnten, eine Idee zu entwickeln und diese dann im wahrsten Sinne des Wortes in Szene zu setzen. Storyboard, Moodboard, Extreme Close Up oder Wide Angle Shot sind nun keine Fremdworte mehr. Filmbranche, wir kommen! :)