La France en bref !  (zu Deutsch etwa: Im Ferrari durchs Franzosenland)

La France en bref ! (zu Deutsch etwa: Im Ferrari durchs Franzosenland)

Salut les amis,

so langsam wurde es Zeit für den ersten Blogpost aus Paris! Und damit ich Euch nicht nur damit langweile, wie gut es sich in der schönsten Stadt westlich von Köln leben lässt, habe ich mir auch gleich einen triftigen Grund für Euch ausgedacht, diesen Artikel weiterzulesen:

« La France en bref »

Eine kleine, unregelmäßige Reihe über die Unterschiede zwischen den deutschen und französischen Medienmärkten. Und weil mir bewusst ist, dass auch die zukünftigen Medienmanager eine Aufmerksamkeitsspanne vergleichbar mit der einer französischen Bulldogge haben, präsentiere ich euch das ganze im Smoothie-Format. Ihr wisst schon, diese überteuerten Fruchtshakes, die Ihr euch reinzieht, um das lästige Obstessen zu vermeiden und trotzdem alle wichtigen Inhalte aufzunehmen.

Also: Alles hochinteressant, pädagogisch wertvoll und garantiert vitaminreich!

Bevor ich Euch beim nächsten Mal etwas über die fragwürdigen Beschränkungen des Werbemarktes vorsinge oder Euch innovative TV-Formate vorstelle, geht’s heute um mein Lieblingsmedium: Das Kino.

La France en bref: Le cinéma !

Stolz sind sie, die Franzosen, auf ihr Kino. Und zwar zurecht. Die Brüder Lumière überspringen wir jetzt mal großzügig und widmen uns der Gegenwart. Frankreich ist mit 1,7 Mrd. Dollar Umsatz der viertgrößte Kinomarkt weltweit und liegt trotz der deutlich geringeren Einwohnerzahl weit vor Deutschland (Platz 8 mit 1,3 Mrd. Dollar).¹

Während Lieschen Müller nur 1,6 Mal pro Jahr den Weg in deutsche Kinosäle findet, schafft es Mademoiselle Toutlemonde knapp 3 Mal jährlich vor die große Leinwand, wo sie sich freuen wird auf 42 Prozent französische Produktionen zu treffen. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Prozentsatz der nationalen Produktionen nur bei 22 Prozent.

Die aufmerksamen Medienstudenten unter uns wird es daher sicher nicht wundern, dass zwei der drei erfolgreichsten Kinofilme aller Zeiten in unserem Nachbarland französische Produktionen sind (Platz 1: Titanic, Platz 2: Willkommen bei den Sch’tis, Platz 3: Ziemlich beste Freunde).²

Sucht man in Deutschland die zwei erfolgreichsten nationalen Produktionen, so muss man sich schon auf die Plätze 8 und 18 verirren, um völlig enttäuscht auf Michael Bully Herbigs Der Schuh des Manitu und (T)Raumschiff Surprise zu stoßen.

Allein ein kurzer Vergleich der Qualität dieser Filme sollte in Euch schon den Wunsch nach der französischen Staatsbürgerschaft auslösen oder zumindest Lust machen auf einen kleinen Frankreichurlaub. Wenn Ihr Euch dabei mit Mademoiselle Toutlemonde zum romantischen Filmabend verabreden solltet, dann denkt dran, dass vorheriges Reservieren nicht dem französischen Esprit entspricht und rechnet bloß nicht damit, dass ihr nummerierte Plätze bekommt! Denkt lieber an eine gute Flasche Bordeaux, die wird Euch am Eingang sicher niemand abnehmen.

Für Fragen, schonungslose und unberechtige Kritik sowie Beleidigungen aller Art stehe ich gerne zu Verfügung. Und schaltet auch das nächste Mal wieder ein, wenn es heißt: Autres pays, autres murs*: La France en bref!

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¹ Quelle: Statista (nach USA, China, Japan)
² Quelle: InsideKino, Charts nach Besucherzahlen

* Andere Länder, andere Sitten. Da hättest Du aber auch selbst drauf kommen können oder?