Sollte uns jemals Friede Springer im Aufzug begegnen und eine Frage zu unserer Business-Idee stellen, wollen wir natürlich gewappnet sein. Der zweite Uni-Pitch im Millerntor-Stadion bot die perfekte Gelegenheit, sich entweder selbst im Pitchen zu üben oder auch als Teil des Publikums etwas dazu zu lernen.

 

Im Vorfeld durften sich Start-Ups und (angehende) Gründer anmelden, um ihre Unternehmensidee vorzustellen: 60 Sekunden, vier Minuten und zehn Minuten lang. Acht Teams traten an, vier schafften es ins Finale, zu gewinnen gab es 500 Euro und hilfreiches Feedback von den Juroren. Mit dabei: interessante Ideen, originelle Vortragsweisen und… keine einzige Frau.

 

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Zu Beginn gab Elke Fleing, Beraterin für Start-Ups und Mit-Jurorin, einige nützliche Tipps für den perfekten Pitch; hier eine kleine Auswahl:

-          Es gibt nicht den einen Pitch, sondern mehrere Pitches für verschiedene Gelegenheiten und Zielgruppen

-          Ein Pitch ist kein Vortrag, sondern mehr als Auftakt für ein Gespräch zu verstehen

-          Hilfreiches Tool: Das Elevator Pitch Canvas

-          Pitch-Inhalte anfangs ausschließlich handschriftlich festhalten

(Mehr Informationen und Artikel zum Vertiefen unter www.deutsche-startups.de)

 

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Die erste Runde ging zweimal 60 Sekunden lang.

Auch wenn mitunter nicht ganz klar war, nach welchen Kriterien die Pitcher eine Runde weiterkamen (so schied etwa eine überzeugende Business-Idee zur Energiegewinnung aus der Wasser(be)förderung aus), war die Steigerung der Teilnehmer bereits von einem Versuch auf den anderen sichtbar. Jeder hatte seinen eigenen Stil: mancher brachte jahrelanges Verkaufs-Know-How in den Ring, der andere wusste mit angenehm sonorer Stimme zu verführen, der dritte überzeugte mit authentischem Auftreten (und gelegentlich unfreiwilliger Komik).


Zum Schluss standen dann sogar 20151012_162331mehrere Sieger fest. Ein Ehrenplatz ging an die App „Swalk“ von den Mexikanern Rodrigo und Alejandro. Den Hauptgewinn teilten sich zwei Teilnehmer von den entgegengesetzten Enden der Pitch-Skala: Roland Becker, der Sales-Mann mit der Pornostimme, mit dem sozialen Netzwerk „FlowSocial“ (eine Mischung aus Instagram und Snapchat, wo Bilder nur 24 Stunden mit der Community geteilt und dann gelöscht werden) und Lars Grundhöfer von „MikroMo“ – der heimliche Publikumsliebling mit MacGyver-Qualitäten: Zehn Minuten lang hing ein Saal voller krasser Medienmenschen dem Hardcore-Modellbahner an den Lippen, der sich eine Fernsteuer-Einrichtung aus Gummiband, Alufolie und einem Tropfen Heißkleber zusammengebastelt hat!

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Die Sieger des diesjährigen Uni-Pitches

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Die HMS war natürlich stark vertreten!

Komplettiert wurde das ganze Event durch spannende Vorträge (unter anderem vom allgegenwärtigen Philipp Westermeyer), wirklich hervorragendes (!) Catering, interessante Aussteller und ein buntes Publikum, das ganz versessen aufs Netzwerken war. Zudem feierte ein neues Getränk seine inoffizielle Markteinführung: „Caté“ ist eine sprudelige Mischung aus Eistee und Kaffee. Die Basis wird aus der Kaffeekirsche (der Kaffeebohnen-Hülse) gewonnen – also eigentlich aus dem Abfallprodukt der Kaffee-Herstellung. Mehr öko geht nicht, schmecken tut’s auch noch, wir sehen die Hipster schon mit den Hufen scharren.

 

Insgesamt war es eine gelungene Veranstaltung. Für nächstes Jahr wünschen wir uns allerdings definitiv mehr Frauen auf die Bühne!