Am Ostersonntag, direkt nach Lammbraten und Ostereiersuche, ging es los und schon sind fünf Nächte, sechs Tage und zehn Unternehmensbesuche in Shanghai wie im Fluge vergangen. Wir sind um so viele Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse reicher geworden! Shanghai haben wir hinter uns gelassen und wollen mit Euch die Shanghigh- und lowlights der Reise teilen. Menschen, Tiere, Sensationen: die skurrilsten und auch witzigsten 13 Shanghai-Facts für Euch:

Bund

# 1 In Shanghai wohnen 50 Millionen Menschen

Ok, ok, offiziell sind es “nur” knapp 25 Millionen. Ein kleiner Vergleich: In Deutschland nutzen 25 Millionen Menschen täglich das Internet. Mehrfach wurde uns in Unternehmen von einer fast genauso hohen Anzahl an unregistrierten Einwohnern berichtet. Mal eben mehr Menschen wie beispielsweise in ganz Spanien.

 

SMG


# 2 Medienlandschaft Shanghai – ein großer Markt mit wenigen Akteuren

Viele bedeutende Medienmarken in Shanghai und seinem weitläufigen Umland gehören entweder zu der Shanghai Media & Entertainment Group (SMEG) oder zu der Shanghai United Media Group (SUMG). Sowohl die SMEG, als auch die SUMG unterliegen der strikten Zensur der Peking-Regierung und behaupten deshalb von sich, die “most correct news” zu verbreiten. In China gibt es Richtlinien und Restriktionen, denen die Berichterstattung unterliegt, die von der Regierung bestimmt werden.

# 3 Taxi rufen ist eine Kunst für sich

Taxi fahren gestaltet sich hier sowieso schon etwas schwieriger: ohne Mandarinkenntnisse kann weder die Adresse gelesen noch ausgesprochen werden und da bei weitem nicht alle Shanghai-Chinesen Englisch sprechen, ist jede Ankunft am richtigen Ziel ein großer Erfolg. In Shanghai kommt allerdings noch erschwerend hinzu, dass Taxis nicht mehr klassisch à la Carry Bradshaw an der Straße herangewinkt werden. Viel mehr werden sie immer häufiger über die Allrounder-App weChat bestellt und die anschließende Rechnung innerhalb der Social App bezahlt. Das kann dann auch dazu führen, dass insbesondere alte Chinesen und eben Touristen und Medienreisende, die kein weChat nutzen länger am Straßenrand stehen gelassen werden. Ein bisschen Geduld kann also nicht schaden. Übrigens: weChat gibt es zwar in Deutschland, ist aber in China bei weitem mehr als ein Chat-Programm. Dazu bald mehr hier auf unserem Blog.

 

View


# 4 Die höchste Aussichtsplattform der Welt befindet sich in Shanghai

Für einige unter uns war der Blick auf Shanghai aus schwindelerregender Höhe der krönende Abschluss unseres ersten Stops. Gelegen im Financial District der Megacity bietet er einen wirklich atemberaubenden Blick über die ganze Stadt. Bis zur Spitze misst der gigantische Tower 632 Meter. Die Aussichtsplattform des “Top of Shanghai”, wie der Wolkenkratzer auch genannt wird, liegt in 561 Metern Höhe, und ist damit die höchste Aussichtsplattform weltweit. 1/1000 places to travel check.

# 5 In China gibt es nur staatliche Nachrichtendienste

Der chinesische Nachrichtendienst, was in Deutschland zum Beispiel die deutsche Presseagentur ist, wird in China Ministerium für Staatssicherheit genannt. Alle Zeitungen, Fernseh- und Radiosender erhalten daher ihre Nachrichten und Informationen, vom Ministerium für Staatssicherheit. Grundsätzlich dürfen Themen wie Tibet, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung, Versammlungsfreiheit oder Pressefreiheit in der Berichterstattung nicht auftauchen.

Citylights


# 6 Um 23:00 Uhr ist Schluss mit Times Square

Alles leuchtet, glitzert und blinkt – dachten wir. Als wir am ersten Tag um Mitternacht Shanghai erreichten, sah die Stadt schon groß und bunt aus, aber nicht ganz so fancy wie erwartet. Am nächsten Tag wurde uns klar, woran das lag: Die fetten Leuchtreklamen werden spätestens um 23.00 Uhr ausgeschaltet. Da das Buzzword Nachhaltigkeit auch in China Einzug erhält, vermuten wir, dass dadurch Strom gespart werden soll, aber unter uns: ganz sicher kann man sich hier nie sein.

# 7 Sharing is Caring

Am ersten Abend bestellte jeder eine Flasche Bier. Der Kellner guckte uns komisch an – wir guckten komisch zurück. Wenig später kam er wieder mit einem Karton in dem sich sieben Flaschen befanden. Außerdem stellte er 0,1 Liter Gläser vor uns. Anscheinend ist es 1. verpönt aus der Flasche zu trinken und 2. wird das Bier aus der 600ml Flasche aufgeteilt.

# 8 Kein Facebook, kein Instagram, kein Google
Einige waren gut vorbereitet und hatten VPN-Clients installiert. Andere sprachen von erzwungener Entgiftung. Social Media funktioniert im kommunistischen Festland-China nach den Regeln der Regierung und innerhalb der “Great Fire Wall”. Noch mehr Kontrolle soll durch ein Social Credit System bis 2020 eingeführt werden: Alle “guten und schlechten Taten” der Bürger sollen registriert werden, um dann die Bürger in “gute und schlechte Chinesen” einzuordnen. “Schlechte” müssen mit Sanktionen rechnen, wie z.B dem Ausschluss von der Nutzung der Schnellzüge. #wasfür1life
Hot Pot

 

# 9 Nicht die feine englische Art
Es stimmt, auch für Shanghai: die Chinesen spucken und rülpsen gerne in der Öffentlichkeit und es ist völlig normal in Restaurants – auch in den gehobenen- Essensreste auf dem Tisch zu verteilen … Andere Länder, andere Sitten. Lest mehr dazu in unserem Blog-Beitrag How to China.

# 10 Bargeld haben hier nur die Touristen

Jedes Restaurant, jede Bar, sogar jeder Straßenstand und jedes Taxi werden über das Smartphone bezahlt. Innerhalb kürzester Zeit haben die Anbieter weChat Pay und AliPay mobile payment in China soweit vorangetrieben. Bargeld ist was für Touristen. #mittelalter

# 11 No Heart for Veggies

Auf die Frage nach vegetarischem Essen ein “Chicken?” geantwortet zu bekommen, sagt schon so einiges. Man sollte meinen, Reis und Gemüse halten für Vegetarier viele kulinarische Erlebnisse bereit. Tatsächlich bleibt Vegetariern in Shanghai aber nicht selten nur die Alternative: Reis mit Sojasoße. Immerhin – das spart Geld! Aber Achtung: Reis wird in vielen Restaurants als arme Leute Essen angesehen und daher trotz Bestellung nicht auf den Tisch gestellt. Die reichen Touries aus Europa sollen sich ruhig mal an dem teuren Fisch satt futtern. Guten Appetit!

Streets of Shanghai


# 12 Ampel rot? Ampel grün? – is mir egal

Weder Fußgänger, noch Rad- oder Autofahrer halten sich an die Ampelsignale in Shanghai. Besonders gefährlich sind die geräuschlosen E-Roller, die von allen Seiten kommen und immer dort fahren, wo es gerade am Besten passt. Das ist im Zweifel dann eben der Gehweg oder der Gegenverkehr  - für sie scheinen ganz eigene Verkehrsregeln zu gelten. Da hilft nur eins: Augen auf und durch!

# 13 Nine Million Bicycles in Shanghai

Um noch mehr Smog und verstopfte Straßen zu vermeiden scheint die Regierung auf Leihfahrräder, die nahezu an jeder Straßenecke verfügbar sind, zu setzen. Inzwischen buhlen so viele Anbieter um potentielle Radfahrer, dass einer unter ihnen seine Nutzer sogar bezahlt, wenn sie das Rad länger als zehn Minuten fahren.

 

Stimmen aus dem Off

 

Natalie ChinaNatalie, was hast Du Dir unter Shanghai vor Reisebeginn vorgestellt?
“Ich dachte an schwüle Hitze, Verkehrschaos und viel zu viele Menschen. Insgesamt etwas überfordernd.”

Welchen unternehmensbesuch fandest Du am besten?
“Aus dem Besuch beim German Center for Trade and Industry habe ich persönlich viel mitgenommen. Shanghai, bzw. China wurde uns auf einer persönlichen Ebene näher gebracht, sodass ich mir vorstellen könnte dort zu leben uns zu arbeiten.”

Dein Highlight und Lowlight?
“Highlight war für mich die Fahrt auf den Shanghai Tower. Wahnsinnsausblick über die Stadt! Und der Yuan Garden – wunderschön und entspannend.”

Mit welchen Eindrücken hast Du Shanghai verlassen?
“Die Stadt ist grüner als gedacht und die Menschen, vor allem im Straßenverkehr sind nicht immer freundlich.”

 

 

 

Bettina in China

Bettina, was hast du Dir unter Shanghai vor Reisebeginn vorgestellt?

“Groß, laut, hell, warm, voll mit Menschen, modern und viel Wolkenkratzer.”

Welchen Unternehmensbesuch fandest du am besten?

“China Accelerator. Ich finde es spannend, dass die Startup-Atmospähre überall gleich ist. Und ich habe dort besser verstanden, wie besonders, im Sinne von anders der chinesische Markt ist.”

Dein Highlight und Lowlight?

“Highlight: die gemeinsamen Abendessen um runde Tische mit teilen und tauschen und lustigen Gesprächen. Essen! Lowlight: dummer repetitiver Lautsprecher vor dem Hostel”

Mit welchen Eindrücken hast Du Shanghai verlassen?

“Verwirrung: wie können Innovation und politische Restriktion so nah beieinander sein.”

 

 

Linus

Linus, was hast Du Dir unter Shanghai vor Reisebeginn vorgestellt?

“Sehr, sehr voll, sehr riesig mit vielen Hochhäusern. Das sind ja Dimensionen, die man als Europäer gar nicht begreifen kann. Relativ dreckig habe ich es mir auch vorgestellt.”

Welchen Unternehmensbesuch fandest Du am besten?

“Klare Sache – am eindrucksvollsten fand ich das Gespräch mit der Wirtschaftswoche. Die Besuche bei den staatlichen Sendern waren auch eindrucksvoll. Die Quintessenz, die ich daraus gezogen habe, war dass die Leute dort stolz darauf sind vom Staat gelenkt zu sein und das überhaupt nicht so kritisch sehen.”

Dein Highlight und Lowlight?

“Highlights? Mindestens drei: das Gespräch mit der Wirtschaftswoche, die gute Stimmung im Jahrgang und der Männerabend auf der Roof Top Bar mit überteuerten Drinks. Lowlight? Gabs für mich nicht.”

Mit welchen Eindrücken hast Du Shanghai verlassen?

“Shanghai ist eine mega grüne Metropole in der es den Einwohnern, die auf mich sehr glücklich wirkten besser zu gehen scheint, als ich mir das vorher vorstellen konnte.”

 

 

Dieser Beitrag wurde von Kelly Nodler, Laura Ritter und Laura Sarau erstellt.