Die zweite Woche in Kapstadt ist vorbei und wir konnten viele weitere spannende Unternehmen besuchen. Lest hier mehr über unsere Unternehmensbesuche.

 

Salesian Life Choices – Eine NGO mit Herz

Einen etwas anderen Unternehmensbesuch und einen starken Kontrast zu den Profit-orientierten Großkonzernen hatten wir bei Salesian Life Choices, einer non-profit Jugendentwicklungsorganisation in Südafrika. In verschiedenen Projekten werden Jugendliche über einen längeren Zeitraum gefördert, bekommen Unterstützung und sollen sich und ihre Stärken weiterentwickeln. 37 Prozent der südafrikanischen Bevölkerung sind Jugendliche und Salesian Life Choices setzt sich für diese und für eine starke Zukunft ein. Die Grundpfeiler, in denen Projekte angesiedelt sind, sind “Family Stability, Health, Education, Leadership skills und Employment”.

 

 

 

GoMetro – Die Mobilität im Blick

Ein gut ausgebautes Bus- und Bahnsystem ist für uns und Deutschland schon fast eine Selbstverständlichkeit. Viele Deutsche pendeln jeden Tag ohne Probleme weite Strecken zur Arbeit. In Südafrika funktionierte dieses System bisher nicht sehr gut.

 

Das Eisenbahnsystem in Kapstadt ist über 50 Jahre alt. Aufgrund von Störungen aber auch Diebstahl von Teilen der Eisenbahnstrecke kommt es täglich, sogar stündlich, zu Zugausfällen und Verspätungen. Wie uns der Unternehmer Justin Coetzee, der Gründer und CEO von GoMetro berichtet, ist das insbesondere für regelmäßige Pendler ein Problem, denn pünktlich zur Arbeit kommen wird jeden Tag zum Glücksspiel. Diesem Problem hat sich das vor 5 Jahren gegründete Unternehmen angenommen. Gestartet wurde mit der Entwicklung einer App, die Echtzeitinformationen über Züge und deren Ausfälle oder Verspätungen bereitstellt.

 

Justin Coetzee erzählt uns von GoMetro

Justin Coetzee erzählt uns von GoMetro

Doch das war erst der Anfang. Nachdem das Zugproblem “behoben” wurde, folgte eine Ausweitung der Technologie auf den Busverkehr. Die für uns unvorstellbare Schwierigkeit hier: existierten bis dato keine festen Busrouten und keine Fahrpläne. Das System war so organisiert, dass die Fahrer den Bus abholten, den ganzen Tag fuhren und abends zurückkamen. Was in der Zwischenzeit geschah, wusste niemand. Durch Analysen und neue Systeme wurden in einem aufwändigen Verfahren Routen analysiert und nach und nach festgehalten. Denn, wie Justin Coetzee formuliert: “Information leads to change.”

 

Und auch hier hörte GoMetro nicht auf, sondern entwickelt sich stetig weiter. Für 2018 ist die Testphase mit einem Cashless-Payment-System geplant. Auch das Thema “Mobility as a Service”, welches weltweit gerade aktuell ist, haben sie aufgegriffen. Es wurde mit dem Aufbau und der Planung einer E-Mobility-Flotte begonnen sowie einem Premium Car Service. Justin Coetzee sagt zusammenfassend: “In the new digital world you need to produce value, not content, to be successful.”

x

xx

Bettr – Die digitale Bank der Zukunft

Das fintech Start-up Bettr entwickelt eine digitales Bank Ecosystem, mit dem Bezahlen, Sparen, Versichern und Anlegen einfacher und übersichtlicher wird. Banking soll dadurch transparenter und intelligenter werden. Wir durften vor Ort mit Toby van Zyl, dem Co-Founder und CEO sprechen und alle unsere Fragen stellen.

Im Gespräch konnten wir vom deutschen Bankensystem erzählen und Feedback geben. Die Bettr App ist im Moment noch im Alpha-Testing. Im Zuge dessen wurde unsere Meinung zu ihrer Idee und unsere Bezahl-Gewohnheiten per Fragebogen abgefragt. Was sofort auffiel: Im Gegensatz zu Südafrika, wo fast überall Cahless-Payment angeboten wird, legt Deutschland vergleichsweise großen Wert auf Barzahlungen.

x

Das Start-up Bettr stellt sich vor

Das Start-up Bettr stellt sich vor

 

Das Start-up möchte vor allem eine junge Zielgruppe ansprechen, die sich in dem Dschungel aus traditionellen Banken und Versicherungen nicht richtig aufgehoben fühlt. Mit einem jungen und stylischen Design, welches von einem Studenten in Zuge eines Wettbewerbs entwickelt wurde, sieht sogar die Bankkarte bei Bettr anders aus, als man es gewöhnt ist.

xx

Media 24 – Südafrikas führendes Medienunternehmen

Media 24 war der letzte Stop unserer Reise. Das Unternehmen gehört zum Medienkonzern Naspers und ist mit über 100 Zeitungen und mehr als 50 Magazinen der größte Verleger in Südafrika. Auch im Bereich E-Commerce, digitale Medien und Dienstleistungen ist Media24 aktiv. Die drei Säulen des in Afrika tätigen Unternehmens sind laut Mieke Vlok, Executive Assistant: Inhalt, Technologie und Handel.

Auch bei Media24 sind, ähnlich zu Deutschland, Printprodukte nicht die einzige Zukunft. Print ist in Afrika immer noch profitabel und basiert auf Einzelverkäufen, doch Investitionen sind in diesem Bereich nicht geplant. Das Magazin Landbouweekblad, ein Afrikaans Magazin zum Thema Landwirtschaft und das größte seiner Art in Südafrika ist eines der erfolgreichen Printprodukte, welches ein Nischenthema abdeckt. Im Gespräch mit Andrej Horn, dem Head of Digital Media Business bei Media24.com haben wir über das Thema Geschäftsführung im digitalen Zeitalter gesprochen. Seht mehr dazu im Interview:

x

Der 2015 gegründete Lifestyle-Fernsehsender ViaTV gehört ebenfalls zu Media24. Mit geringen Produktionskosten, ca. einem Drittel der Produktionskosten von konkurrierenden Fernsehsendern und einem kleinen Marketingbudget wird die Afrikaans sprechende Bevölkerung angesprochen welche ca. 7 Millionen Menschen in Südafrika ausmacht. Izelle Venter, Channel Head von ViaTV erzählte uns von unterschiedlichen Formaten aus den Bereichen food, relationships and style.

x

xx

xx

Fotos: Prof. Dr. Armin Rott