von Nadine Weiss

April 2016: Für uns sechs junge Nachwuchsmedienmanager geht es in die letzte Runde der Praxisprojekte. Sarah Berg, Sina Hilker, Janna Howaldt, Fabian Mrongowius, Johannes Revermann und ich, Nadine Weiss, entscheiden uns für das letzte Projekt in Zusammenarbeit mit der ZEIT Akademie. Das letzte Mal vor dem großen Ende wird gebrainstormt, mit dem Kunden abgestimmt und bis in die Nacht gearbeitet.

Die ZEIT Akademie ist eine Plattform die Videoseminare verschiedenster Kategorien anbietet. Ziel ist es, nicht nur rein wissenschaftliche Inhalte zu vermitteln, sondern gleichzeitig Unterhaltung auf hohem Niveau zu bieten. Die ZEIT Akademie ist eine 100-prozentige Tochter des ZEIT Verlags und bedient in Deutschland derzeit eine Nische: Sie schließt die Lücke für Freizeitlerner, die Wissen auf hohem Niveau erlangen möchten. Der hohe Qualitätsanspruch der ZEIT gilt somit in gleichem Maße für die Akademie.
Das heißt auch, dass die Videoseminare sich im hochpreisigen Segment befinden. Und genau an dieser Stelle sollen wir der ZEIT Akademie mit unserem Wissen und Recherchen zur Seite stehen.
Für die ZEIT Akademie soll eine Wachstumsstrategie entwickelt werden, welche die Zielgruppe erweitert und eine Erweiterung der Erlösquellen überprüft. Aus dieser Motivation heraus taucht das Team tief in die Welt der Online-Seminare ein, um eine passende Strategie zu erarbeiten.

Zu Anfang des Projekts stoßen wir auf unterschiedliche Hürden: Bei dem Versuch, geeignete Preis-Absatz-Funktionen zu bilden und so den finanziellen Rahmen beurteilen zu können, müssen wir einsehen, dass der direkte und indirekte Wettbewerb der ZEIT Akademie Informationen zu Kosten- und Absatzstruktur nicht preisgibt. Zudem muss in der gesamten Projektgruppe umgedacht werden, da die zu betrachtende Zielgruppe, die so genannten „Silver Ager“, weit entfernt von unserem eigenen Alter liegt. Außerdem fällt schnell auf, dass auch die Projektkoordination und Zeitabstimmung mit einer Gruppe von sechs Personen kleine Herausforderungen darstellen.

Geht nicht, gibt’s nicht!

Von den anfänglichen Schwierigkeiten, relevante Informationen der Konkurrenz zu erhalten, lassen wir uns jedoch nicht unterkriegen und ändern nach dem Schulterblick die Strategie. Durch das Betrachten verschiedener Preisbildungsverfahren möchten wir uns dem Thema der Preisbildung Schritt für Schritt nähern.
Zu den Verfahren gehört unter anderem eine Potenzialanalyse. Wir betrachten das Potenzial in der Zielgruppe und schauen uns verschiedene Charakteristika im Hinblick auf das monetäre sowie zeitliche Medienbudget der „Silver Ager“ an. – Was macht sie aus und was wollen diese?
Durch das Durchführen einer Benchmarkanalyse betrachten wir den direkten sowie indirekten Wettbewerb und analysieren nationale sowie internationale Best-Practice-Beispiele, um so verschiedene Kernerfolgsfaktoren identifizieren zu können.
Zudem nehmen wir Kontakt zur Zielgruppe in Form von unterschiedlichen Befragungen auf, die uns erlauben ein Echo aus der tatsächlichen Käuferschaft zu bekommen.
Aus den Ergebnissen wollen wir Empfehlungen ableiten, die den Auftraggeber dabei unterstützen, eine strategisch sinnvolle Wachstumsstrategie zu entwickeln, die hauptsächlich auf die Zielgruppe der „Silver Ager“ ausgerichtet ist.

Die Zeit vergeht wie im Flug

Vollgepackt mit spannenden Erkenntnissen machen wir uns Ende Juni auf den Weg zum ZEIT Verlagshaus, um unserem Auftraggeber die Ergebnisse zu präsentieren.
Wir sind positiv überrascht als fast das komplette Team um die ZEIT Akademie sich an unseren Ergebnissen interessiert zeigt und an der Abschlusspräsentation teilnimmt. Darüber hinaus sind neben der Geschäftsführerin, Angela Broer, die sich um die strategische Weiterentwicklung der ZEIT Akademie und den digitalen Ausbau der Weiterbildungsplattform kümmert, Lennart Schneider, Assistent der Unternehmensentwicklung, und erfreulicherweise ebenso Dr. Rainer Esser, Geschäftsführer des ZEIT Verlags, anwesend.
Nachdem wir spontan weitere Stühle für die große Zahl an Zuhörern organisieren, geht es mit unserer letzten Endpräsentation der Praxisprojekte an der Hamburg Media School los.
Wir sind sehr dankbar, dass unser Kurswechsel und die intensive Verbesserung unserer Arbeit zum Schluss auf viel Lob vom gesamten Team stößt und wir als krönenden Abschluss von Herrn Dr. Esser den Kommentar „Ja, dann machen wir das doch genau so!“ bekommen.

Ein großer Dank gilt dem ganzen Team rund um die ZEIT Akademie, die uns mit ihrem Input immer hilfreich zur Seite standen. Ein besonderer Dank geht auch an Christian Flierl, der sich um den IT-Bereich der ZEIT Akademie kümmert, und einer unserer Hauptansprechpartner bei allen relevanten Fragen war.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge schauen wir auf drei spannende und intensive Monate zurück, die wieder wie im Flug vergangen sind. Ein gelungener Abschluss sozusagen.