Mein Sommerpraktikum bei Opinary in Berlin.

 

Für mich war relativ schnell klar, dass ich im Sommer ein Praktikum absolvieren möchte. Auch, weil ich eine der wenigen in unserem Studium bin, die bis jetzt noch nicht allzu viele (bis gar keine) Erfahrungen in der Medienbranche sammeln konnte – auch, weil mein Erststudium im Bereich Design lag.

 

Am Anfang steht ja bekanntlich immer eine Entscheidung. Ich stand vor dieser: Mache ich mein Praktikum bei einem Healthy-Food Start-Up, was wie auf mich zugeschnitten schien, ohne mich groß aus meiner Comfort Zone zu bewegen oder stoße ich in neue Gewässer vor und schaue mir etwas an, was ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich verstanden habe – und gehe zu Opinary nach Berlin? „Opinary?“ „Das ist dieser Meinungskompass, hast du vielleicht schonmal auf Spiegel Online gesehen?“ Da hörte es bei mir eigentlich schon auf. Raus aus Hamburg, Wohnung untervermieten und vielleicht sogar einen Sommer ohne Dauerregen genießen? Diese Perspektive hörte sich für mich in diesem Moment sehr gut an und so entschied ich mich dafür meine Comfort Zone zu verlassen und somit für Opinary. Dafür ausschlaggebend war mein Wille meinen Horizont zu erweitern und in die Welt des Online-Marketings einzutauchen.

 

Zugegebenermaßen, die erste Woche war herausfordernd, denn obwohl ich von meinen Kollegen des Brand-Teams, super nett empfangen wurde und von ihnen eine umfassende Einführung erhielt, verstand ich nicht besonders viel – und dies lag sicherlich nicht nur daran, dass in unserem „Office“ durchweg Englisch gesprochen wurde. Meine Aufgabe im Brands-Team war es „Inbound-Leads“ zu kreieren. Moment was? Mein Kopf drehte sicherlich auch die ein oder andere unnötige Runde. Ich hatte alle Begriffe schon mal gehört – schließlich lernten wir im Online Marketing Camp an der HMS jegliche Marketing-Sprech-Kürzel und einmal drüber nachgedacht fielen mir diese auch wieder ein. Und so ging aus der Mischung des im Studium erlernten Wissens mit der Praxis bei Opinary meine Lernkurve steil nach oben, was mich natürlich freute.

 

Meeting in der Sonne - in Berlin geht das

Meeting in der Sonne – in Berlin geht das

 

Ein typischer Tag in unserem Büro sah so aus: Um 9:30 Uhr ging es mit dem sogenannten „Team-Check-in“ los. Dort wurde besprochen, was sich jeder einzelne für den Tag vornimmt. In meinem Fall hieß das: Mailkampagnen vorbereiten, die an potenzielle Kunden verschickt werden und One-Pager erstellen, in denen das Unternehmen in verschiedenen Kontexten vorgestellt wird. Außerdem überarbeitete ich Pitch-Präsentationen, die die Opinary-Chefs vor Investoren hielten und bereitete Messepräsentationen vor, auf denen Opinary präsent ist oder schrieb Blog-Artikel für die Unternehmenswebsite vor.

Einige dieser Tätigkeiten schienen auf den ersten Blick einfach, entpuppten sich aber als nervige Zeitfresser. Wie zum Beispiel die Mailkampagnen. So saß ich stundenlang vor Excel-Tabellen, die einfach nicht fertig zu werden schienen. Das einzig Gute daran: Mein Chef liebte Excel-Tabellen so sehr, dass er allein die Tatsache honorierte, dass ich mit dem Programm arbeitete. „Das war ein guter Tag, Magdalena“, sagte er mal ganz am Anfang zu mir, als ich den ganzen Tag vor einer solchen Liste gebrütet hatte.

 

Was mich positiv überraschte, war, dass mir von meinen Kollegen „konzeptionelle Fähigkeiten“ bescheinigt wurden. Ich hatte ein Feedback zu einer wichtigen Präsentation gegeben und hatte das nicht für eine besonders große Sache gehalten. Im „Check-out“ wurde ich dann aber am Ende des Tages unerwartet vor allen für das Feedback gelobt.

Solche vermeintlich kleinen Erlebnisse haben mir gezeigt, wie viel es wert ist, in einem kleinen Team zu arbeiten. Trotz der Anspannung war der Umgang miteinander auf Augenhöhe und freundlich. Wahrscheinlich ist es das, was ein Start-Up zusammenhält: Jeder einzelne scheint gerne und motiviert zur Arbeit zu kommen, auch wenn Überstunden und Stress zum Alltag gehören.

 

Mitzubekommen, wie ein Start-up wächst, empfand ich ebenfalls als sehr motivierend. Opinary hat es seit seiner Gründung 2013 geschafft, mit seinen Produkten in den größten deutschen Medienhäusern und so gut wie allen bekannten Onlinemedien vertreten zu sein. Fast jeder, der täglich online Zeitung liest, kennt mittlerweile die Meinungskompasse auf den Artikel-Seiten. Marken wie Toyota, Commerzbank und Hipp werben mit Opinary. Ihre Umfragen erreichen monatlich 66 Millionen Leser und erreichen fünfzehn Mal mehr Interaktion als übliche Bannerwerbungen.

 

Ups… war das jetzt schon ein Pitch? Offensichtlich haben die drei Monate ihre Spuren hinterlassen. Gerade kann ich mir noch gar nicht vorstellen, wieder jeden Morgen in die Uni statt ins Büro zu gehen. Es wird mir fehlen jeden Morgen in eine Runde hochmotivierter Gesichter zu blicken. Aber wenigstens schreibt mir die Uni nicht noch um Mitternacht E-Mails.