Das UFA LAB, das „führende digitale Studio“, will sich zur starken Branded-Entertainment-Kreativagentur entwickeln. Wie das? Ein Auftrag für das Studenten-Team der HMS!

 

Als ich vor über drei Jahren im Rahmen meines Bachelorstudiums das UFA LAB in Berlin zum ersten Mal besuchte, war ich vor allem fasziniert. In der einen Ecke fotografierten junge Kreative Figuren für einen Stop-Motion-Film, in einer anderen zeigte man uns ein selbst konzipiertes Computerspiel und in der nächsten präsentierte man uns stolz den Transmedia-Krimi „Wer rettet Dina Foxx?“, der im Fernsehen anfängt, plötzlich abbricht, auf unterschiedlichen Websites weitererzählt wird und für das UFA LAB sogar einen Emmy gewonnen hat. Was für eine erstaunliche Bude! Es schien so, als wären der Kreativität hier keine Grenzen gesetzt. Ein potenzieller späterer Arbeitgeber? Definitiv! Man konnte sich austoben ohne Rücksicht auf Verluste.

Apropos Verluste 

Ohne Rücksicht auf Verluste? Nach eineinhalb Jahren Medienmanagement-Studium an der HMS wird man dann doch neugierig, wie das UFA LAB eigentlich finanziell funktioniert. Klar, das UFA LAB hat schwer aufgerüstet und es gibt heuteAufträge von Sendern, Stiftungen, Institutionen und Markenpartnern. Aus kreativer Sicht ein Traum, aber aus ökonomischer Sicht? Um sich nun weiter zu entwickeln, soll ein hart umkämpfter und stetig wachsender Bereich weiterentwickelt werden. Und an dieser Stelle kommen wir ins Spiel: Jarek Duda, Theresa von Matthiessen, Kim Seidler, Maximilian Steinmeister und ich, Linus Günther, in unserem vorletzten Praxisprojekt an der Hamburg Media School.

Dass das Projekt beim UFA LAB höchste Priorität hat, wird schnell deutlich: Unser Ansprechpartner ist der immer sehr konstruktive, reflektierte und hilfsbereite Tobias Schiwek, neuer Head of UFA LAB, der zusammen mit Nancy Julius seit März den Geschäftsbereich führt. Von ihm erfahren wir in einem ersten Kickoff-Gespräch unseren Auftrag: Es geht um eine Neupositionierung des UFA LABs im Bereich Branded Entertainment und eine darauf ausgerichtete Kommunikationsstrategie. Aber was ist überhaupt Branded Entertainment? Es geht um Unterhaltung im Auftrag einer Marke. Also Werbung? Nicht wirklich oder zumindest nicht nur, denn bei Branded Entertainment geht es vor allem um ein gutes Storytelling, um gute Unterhaltung. Die Marke steht dabei nur im Hintergrund, manchmal wortwörtlich. Dass Tobias die hohe Storytelling-Qualität am wichtigsten ist, macht er mehrfach deutlich. Billige Werbeproduktionen bekommt man hier nicht.

 Viele einschlägige Referenzen, aber…

Dann beginnt unsere Arbeit: Wir machen Markt- und Wettbewerbsanalysen, schauen aus nach Freund und Feind, befragen Marketingchefs großer potenzieller Kunden und interviewen Mitarbeiter anderer Kreativagenturen. Gleichzeitig analysieren wir das UFA LAB. Wo liegen die Stärken? Wo sind Chancen noch nicht genutzt? Wie nimmt man das UFA LAB wahr? Wie ist der Online-Auftritt, wie die allgemeine Außendarstellung? Bei der Portfolio-Analyse merken wir: Das UFA LAB hat bereits viele einschlägige Referenzen, diese werden aber teilweise nur unzureichend nach außen kommuniziert.

Los geht's!

Los geht’s!

Nach der Präsentation: „Habt ihr nach dem Master schon was vor?“

Nach drei Monaten, in denen wir uns beinahe täglich und zuletzt häufig bis in die späten Abendstunden im Team getroffen und miteinander analysiert und diskutiert haben, ist es vollbracht: Unsere Präsentation steht mit einem Maßnahmenpaket aus konkreten Handlungsempfehlungen auf unterschiedlichen Ebenen: Von der Optimierung des Webauftritts über die Identifikation relevanter Kundenfelder und wichtigsten Kaltakquisefaktoren bis hin zum eigenen Branding für den Bereich Branded Entertainment. Mit diesem Gepäck geht es auf nach Berlin. Dort wartet gleich ein ganzes Komitee, das uns in Empfang nimmt und schließlich aufmerksam unserem Vortrag folgt. Darunter auch Fabian Mrongowius, Medienmanagement-Absolvent 2016, den wir alle gut kennen und  der sich freut, nun endlich auf der anderen Seite zu sitzen bei einer HMS-Präsentation. Nach einer Stunde ist die Präsentation geschafft, im Anschluss daran wird viel nachgefragt und eifrig diskutiert. Erneut wird die Wichtigkeit des Projektes deutlich, aber auch die Wertschätzung unserer Arbeit. Dann werden wir noch auf eine Currywurst gegenüber bei Curry 36 eingeladen. Dort wird sich vielfach und sehr herzlich bei uns bedankt. Bis zum Master ist es ja nun nicht mehr weit. Vielleicht sehe man sich ja nach dem Abschluss wieder, wird uns zugezwinkert.

HMS-Team: Von links nach rechts: Theresa von Matthiessen, Maximilian Steinmeister, Kim Seidler, Linus Günther und Jarek Duda

HMS-Team: Von links nach rechts:
Theresa von Matthiessen, Maximilian Steinmeister, Kim Seidler, Linus Günther und Jarek Duda

Vielen Dank!

Wir werden euch in jedem Fall im Auge behalten. Vielen Dank für das tolle Projekt, für den herzlichen Umgang und die offene Art! Das Projekt hat uns viel Freude bereitet und uns sehr bereichert. Wir hoffen, euch auch! Bis zum nächsten Besuch, mit welcher Absicht auch immer, und liebe Grüße aus Hamburg!