Die Zeit verfliegt, schneller als man sich versieht ist auch schon ein ganzes Jahr vorbei. Während wir “Kleinen” den Sommer in Praktika, Jobs oder im Ausland verbringen, schreiben die “Großen” bereits an ihrer Masterarbeit. In wenigen Wochen haben sie es geschafft und ihren MBA in der Tasche. In wenigen Wochen sind für den oberen Jahrgang zwei Jahre HMS vorbei. In wenigen Wochen werden wir nicht mehr die “Kleinen”, sondern die “Großen” sein.

 

Auch der Blog geht damit von einer Generation in die nächste über und wir, Melanie und Linus, haben die Ehre, die Chefredaktion zu übernehmen. Im Namen aller Schreiberlinge unseres Jahrgangs wollen wir Ulrike und Betti dafür danken, dass sie sich so gut um uns gekümmert, uns ermutigt und inspiriert haben! Wir tun dies unter anderem mit diesem kleinen Beitrag von Erinnerungen…

 

Danke, Ulrike!

Auf unserem Blog müssen die Autoren ja nur sehr wenig preisgeben in ihrem Profil. Auf Ulrikes Profil erfährt man, dass sie gern Georges Simenon liest, Podcasts („Startup, Serial, TED“) hört und sich, was ihren Bewegtbildkonsum angeht, offensichtlich vor allem mit Serien aufhält (Suits, Sherlock, HoC). So weit, so gut und unauffällig (außer vielleicht einem leichten Hang zu „Mordgeschichten“, aber was heißt das schon in einem Land, in dem man ab 20 Uhr keine Sekunde das öffentlich-rechtliche Fernsehen anschalten kann, ohne eine Vorschau mit Leiche zu sehen).  Auf ihrem Profil der Hamburg Media School-Website erfährt man dann schon mehr: Gebürtige Berlinerin, mit dem Drang etwas Eigenes schaffen zu wollen und Start-Up-Gründerin noch während ihres Bachelors (Wow!), Auslandsaufenthalt in den Niederlanden, Ausdauersportlerin und immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Ich bin mir sicher, hätte ich eine Umfrage in ihrem Jahrgang gemacht, es hätte keiner Zweifel daran geäußert, dass es für Ulrike erfolgreich weitergeht. Ich habe da auch keine.

Ich muss sagen, dass ich Ulrike von Anfang an sehr nett fand. Mit ihrer freundlichen, hilfsbereiten Art hat sie einen stets ermutigt zu schreiben und vom ersten Tag an auch überall sonst, wo man ihr im Haus begegnete, wiedererkannt und nett gegrüßt. Ja, ich glaube sogar, sie war der erste kleine Draht, den ich zu den „Großen“  hatte. Gleichzeitig fehlte es ihr trotz aller Freundlichkeit nie an Bestimmtheit in ihrer Chefredakteurin-Rolle, sodass ich die Ehre hatte, bereits bei der ersten Redaktionskonferenz das Protokoll schreiben zu müssen – Widerstand war zwecklos.

Sieht man sich die Artikel, die Ulrike auf dem Blog geschrieben hat, an, fällt einem auf, das sie vor allem viel über die HMS-Gastgespräche schreibt, häufig in Verbindung mit dem Versuch klassischer Medien, den Schritt in die Digitalbranche zu meistern und um den digitalen Wandel allgemein. In ihrem Artikel „Blendle – iTunes für den Journalismus?“ bringt sie schnell Zweifel am längerfristigen Erfolg des Portals auf: Flatrate-Modell-Trend nicht berücksichtigt, die Zerstückelung der Zeitschrift lässt den individuellen Charakter verfallen und der Aussage Blankesteijns (Blendle-Chef), Blendle würde die Qualität der Artikel nachhaltig verbessern, begegnet sie mit einer Suggestivfrage, die nahelegt, der Trend zu reißerischen Überschriften würde wohl eher unterstützt.

Ulrike bringt die Dinge auf den Punkt, ist offen, ehrlich und dabei (auch bei ehrlicher Kritik) immer freundlich und verbreitet grundsätzlich gute Laune. Ziemlich gute Eigenschaften, würde ich sagen.

 

Danke, Betti!

Das erste Mal, das ich Betti begegnete, war der Tag, an dem ich das erste Mal den Grund und Boden der HMS betrat – zum Assessment Center. Ich war unglaublich nervös, hatte eine diffuse Vorstellung davon, wie Studenten der HMS wohl sein müssten und fragte mich, ob ich da wohl rein passte. Der erste Student, dem ich dann begegnete, war Betti. Ich erinnere mich, wie erleichtert ich war, einer “normalen” und noch dazu total netten und offenen jungen Frau zu begegnen. Betti erzählte uns auch von ihren Zweifeln vor dem Antritt des Studiums, weil sie – ebenso wie ich – kein Fan von Zahlen war und sich fragte, ob Medienmanagement dann das richtige für sie war. Sie sprach mir ein wenig aus der Seele und ich fühlte mich ihr bereits bei dieser ersten Begegnung verbunden. Betti sagte uns damals, dass sie es kein bisschen bereut, sich für die HMS entschieden zu haben. Ich glaube, dass die Begegnung mit ihr mich in meiner eigenen Entscheidung für die HMS nicht wenig beeinflusst hat.

Ich begegnete Betti dann bei meiner ersten Blog-Redaktionssitzung wieder und über den Blog hatten wir regelmäßigen Kontakt. Gelegentlich sah man sich natürlich auf den Fluren und hielt einen kleinen Plausch. Und man saß in Gastgesprächen zusammen, traf sich zum abendlichen Bierchen auf dem Balkon oder, in unserem Fall, auch mal auf der Aftershow des Nannen-Preises. Betti war mein erster und auch stärkster Kontakt in den älteren Jahrgang. Bei Fragen hätte ich mich wohl an Betti gewandt. Ich habe sie als sehr offenen, herzlichen und hilfsbereiten Menschen kennengelernt.

Begeisterte Radiohörerin und Fan von Quentin Tarantino-Filmen, fällt Betti auf dem Blog mit einem persönlichen und humorvollen Schreibstil auf. Ehrlich lässt sie den Leser von ihren Gedanken wissen und man kann teilweise beim Lesen sehen, wie sie mit den Augen rollt, was mich dann immer zum Lächeln bringt. Ebenfalls ein nicht zu übersehendes Talent: ihre Zeichnungen. Teilweise in ihre Artikel integriert kann ich nur bewundern, wie genau sie Menschen und Situationen mit einem Bleistift einfangen kann. Inhaltlich beschäftigte sich Betti auf dem Blog in erster Linie mit Berichten zu Veranstaltungen, die sie besucht hat. Das reicht vom VOCER Innovation Day zum Thema open journalism über Feminismus in der WIFT-Lounge bis hin zu privat besuchten Diskussionspanels, um sich über Olympia in Hamburg klar zu werden und ihre Erkenntnisse mit dem Blog zu teilen. Auch Praxisprojekte sind natürlich redaktionell festgehalten. Zwei Jahre HMS.

Die Aftershow des Nannen-Preises

Danke für alles!

Auch wenn ihr die HMS jetzt verlasst, wissen wir zum Glück, dass wir uns bei einem der Alumni-Treffen wiedersehen werden. Wir wünschen euch alles Gute! Und sind gespannt, beim nächsten Mal zu hören, wie ihr die Medienwelt aufmischt ;)

 

Ein Beitrag von Linus Günther und Melanie Sum