Seit Frühjahr 2014 führt das Team des „HMS Think Tank Journalismusforschung“ in Kooperation mit dem Business-Netzwerk XING und TrendResearch Hamburg jeden Monat eine Befragung zum aktuellen Informationsverhalten der „Generation Y“ durch. Hier stellen wir Ausschnitte der Ergebnisse aus der aktuellen Erhebung (11. Befragungswelle / März/April 2015) vor. Diese ist Teil des Forschungsprojekts: „Die dritte Mediensozialisation: Was wird aus den ‚Digital Natives‘?“

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Unternehmer? Das sind doch diese Zigarre rauchenden knallharten Kämpfer, denen es um Macht und Geld geht und die ihre Mitarbeiter knechten, soweit sie dürfen. So jedenfalls dachten viele junge Leute noch vor drei Jahrzehnten, als es kein Internet, kein Home-Office und keine Netzwerke gab. Selbstständig arbeiten, dies galt unter den jungen Erwachsenen als seltene Ausnahme und war für Erfinder, Künstler und Literaten reserviert.

Und heute: Wie denken die Berufstätigen der Generation Y über berufliche Selbstständigkeit? Wir haben Ende März mehr als tausend Berufstätige der Unter-35jährigen nach ihrer Meinung über berufliche Selbstständigkeit befragt. Diese Erhebung ist Teil des Forschungsprojekts „Was wird aus den ‚Digital Natives‘?“, das die Hamburg Media School in Zusammenarbeit mit dem Businessnetzwerk Xing derzeit durchführt.

Die Antworten zeigen einen ungeheuren Wandel, den das Berufsbild „selbständig arbeiten“ durchläuft. Denn fast jeder zweite Berufstätige zwischen 23 und 35 Jahren (44 Prozent) kann sich sehr gut vorstellen, in eigener Regie zu arbeiten. Insbesondere Männer können sich die Selbstständigkeit eher vorstellen (51 Prozent gegenüber 37 Prozent bei den Frauen). Zudem sind es eher die jüngeren Digital Natives (23-28 Jahre), die zu diesem Schritt bereit wären (51 Prozent).

Bemerkenswert ist vor allem dies: Den Befragten geht es nicht um äußere Erfolge oder um Macht und Geld. Sie finden vielmehr die Aussicht verlockend, unabhängig und selbstbestimmt tätig zu sein und Beruf, Familie und Freizeit in die Balance zu bringen, ein Argument, das vor allem von Frauen genannt wird (48 Prozent gegenüber 34 Prozent bei den Männern). Zehn Prozent der Befragten haben bereits Erfahrungen als Eigenunternehmer (vgl. Grafik 1).

Für die andere Hälfte der Befragten (46 Prozent) sind und bleiben die Risiken der Selbständigkeit zu hoch: 44 Prozent befürchten zu scheitern, 46 Prozent scheuen die finanzielle Belastung. Auf die allgemeine Frage, was im Zweifelsfalle gegen Selbständigkeit spräche, fanden zwei von drei Befragten (66 Prozent), sie würden die Sicherheit vermissen, die ihnen eine feste Anstellung bietet.

Darin kommt die Ambivalenz deutlich zum Ausdruck, die das Verhalten der Digital Natives prägt: Einerseits möchte man am liebsten selbstbestimmt nach eigenem Gusto arbeiten, andererseits will man auf die soziale Absicherung nicht verzichten.

 

Wir fragen: „Können Sie sich vorstellen, sich selbstständig zu machen?“

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„Was wären für Sie Gründe, sich selbstständig zu machen?“

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„Und was spräche dagegen?“

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Eckdaten der Erhebung:

Seit Frühjahr 2014 führt das Team des „HMS Think Tank Journalismusforschung“ (Leitung: Prof. Dr. Michael Haller) in Kooperation mit dem Business-Netzwerk XING und TrendResearch Hamburg jeden Monat eine Befragung zum aktuellen Informationsverhalten der „Generation Y“ durch. Diese ist Teil des Forschungsprojekts „Die Zukunft der Medien“. Diese Erhebungswelle fand im März / April 2015 statt. Es wurde eine Stichprobe von 1.043 jungen Berufstätigen zwischen 23 und 35 Jahren (mindestens mittlere Reife als formaler Bildung) mit einem standardisierten Fragebogen online befragt; die Befragten gehören zur ersten Generation, die mit den digitalen Medien (Computer, Computerspiele, Handy, Smartphone) aufgewachsen ist („Digital Natives“).

Weitere Informationen:

http://www.hamburgmediaschool.com/forschung/think-tank-journalismus/aktuelle-studie/