Colaflaschen zischen, Laptops werden aufgeklappt, Stühle gerückt, und manch Einer mit den Spuren einer langen Nacht verdrückt sich ein Gähnen. Durch das Fenster hört man den Verkehr vom Potsdamer Platz, Gemurmel der Passanten und das Prasseln des Regens auf das Dach des Sony Centers. Wir sitzen im obersten Stock der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Auf dem Plan: Organisieren des achten Empfangs der deutschen Filmhochschulen, dem Netzwerktreffen für deutsche Filmstudenten im Rahmen der Berlinale.

Orga-Treff

Mit kleinem Ausblick in das Sony Center: Das Orga-Team bei der Arbeit in der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin.

Unter dem Motto „Von der Rolle“ findet am 10. Februar der Empfang statt. Filmstudenten der Filmhochschulen haben hier exklusiv die Möglichkeit ihre Drehbücher, Filmprojekte und Abschlussarbeiten einem hochkarätigen Publikum zu zeigen. Neben dem direkten Kontakt zu Förderern und Produzenten gibt es zudem die Aussicht auf einen der prestigeträchtigen Jury-Preise. Zu ergattern ist in diesem Jahr auch der Förderpreis von Fox International Productions, der ein Drehbuch exklusiv mit Preisgeld fördern wird.

Damit dieses Event gut über die Bühne geht, fand am 11. Januar ein organisatorisches Treffen mit den Studentenvertretern der deutschen Filmhochschulen statt. Dabei: Ein achtköpfiges Team der HMS. Verfrachtet in zwei Mietautos ging es für uns bereits nach den Vorlesungen am Freitagabend ab auf die A24 – und erst mal direkt auf die Party der Filmuniversität Babelsberg. Am nächsten Morgen war in den Räumen der Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin auch für die filmische Atmosphäre gesorgt. Leichte Müdigkeit musste rasch abgeschüttelt werden, denn bis zum Start galt es, noch viele „To-Do’s“ zu erledigen.

Orga-Treff 2

Unter der Regie von Svenja Böttger (rechts unten) werden unzählige kleine und großen Aufgaben diskutiert und verteilt.

Zugänge von Twitter-Accounts waren verschollen und wiedergefunden, kreative Headlines für die zu zeigenden Filmblöcke mussten erdacht werden. Die Fragen kamen kreuz und quer: „Wer passt die Gästeliste an, wer aktualisiert das Presseverzeichnis? Wie bucht man am besten die Unterkünfte für die Jurymitglieder, wer hilft der Moderation, gibt es schon ein Catering? Wann kommt der Facebookpost zur Bewerberdeadline? Wann geht der Katalog in den Druck?“

Doch egal, ob angereist aus Köln, Ludwigsburg, oder München, ob werdender Drehbuchautor oder Medienmanagerin, jeder freiwillige Teilnehmer zeigte Einsatz. So lernten wir uns fix kennen und was vorher eine fremde Mailadresse war, bekam nun ein Gesicht. Am Ende des Tages waren unzählige kleine und großen Aufgaben diskutiert und verteilt – dem verdienten Abendprogramm stand nichts mehr im Wege. In entspannter Atmosphäre redeten wir von Praxiserfahrungen, den strengen Zulassungsvoraussetzungen der Filmhochschulen oder der richtigen Balance aus Unterhaltung und Anspruch ans eigene Projekt.

Beseelt von gutem Essen und bester Unterhaltung war das einzige, das an diesem Abend für einen bitteren Nachgeschmack sorgte wohl nur „Mampe Halb und Halb“ – ein Berliner Schnaps aus Bitterorangen mit dem wir unsere feine Zusammenarbeit beim Planungstreffen besiegelten. Wir freuen uns schon auf die nächste Fahrt, wenn die letzten Aufgaben erledigt sind und es schließlich heißt: Vorhang auf und Film ab.