Über 120 akademische Präsentationen, 200 Medienforscher, 100 Mitarbeiter aus Medienunternehmen, 3 Keynotes und 9 Industry-Panels = World Media Economics and Management Conference (WMEMC) 2016. Die renommierte Konferenz mit dem etwas komplizierten Namen (nicht mit WWM verwechseln…) findet alle zwei Jahre statt und versammelt die internationale Forschungsgemeinschaft aus den Bereich Medienökonomie und –management. Letzte Woche fand die Konferenz in New York statt, ausgerichtet von der Fordham University. Armin Rott und ich waren auch dabei und haben unsere aktuelle Studie zu Innovationen im Fernsehmarkt vorgestellt. Hier ein kleiner Erlebnisbericht der Reise!

Nach etwas widrigen Anreisebedingungen – Koffer verschwunden, 3 Stunden Verspätung, lange Einreise in die USA – haben wir uns in der Gabelli School of Business in der Nähe des Lincoln Centers zum Empfang eingefunden. Nach erfolgreicher Registrierung und einem ersten netten Wiedersehen mit bekannten Wissenschaftlern, haben wir uns bereits auf die erste Keynote gefreut. Denise Warren von Electronic Arts hat den Einstieg zum Thema „Digital Transformation in the News Media Industries“ gemacht. Das war mehr als passend, denn das diesjährige Kernthema lautete „Global Media & Local Entrepreneurs“. Auch an den weiteren Tagen haben wir interessante Keynotes von Gerry Byrne, Penske Media, und Rob Norman, Group M, gehört. Dort habe ich gelernt, wie man einen Vortrag als Selbst-Interview gestaltet, was „Whiskey, Tango, Foxtrott“ bedeuten kann und dass Toiletten die natürlichste Form von Ad-Blockern sind.

Unser eigener Vortrag war für den Vormittag des zweiten Tages angesetzt. Hier konnten wir die aktuellen Ergebnisse zu Innovationen im TV-Markt mit den anderen Wissenschaftlern teilen, darüber diskutieren und wertvolles Feedback bekommen. Ich denke, man kann schon sagen, dass der Vortrag gut angenommen wurde. Wer Interesse an den Inhalten der Studie hat, dem empfehle ich unsere TV-Trendreport.

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Nach einer kleinen Verschnaufpause ging es dann ins hippe Williamsburg, die Schanze New Yorks, was einige vielleicht aus „Two Broke Girls“ kennen. Dort haben wir allerdings nicht das Diner von Han Lee besucht, sondern Vice Media einen Besuch abgestattet. Das angesagte und sehr erfolgreiche Medienunternehmen hat seine Tore für eine Company-Tour inkl. Vortrag und Diskussionsrunde für uns geöffnet. Es war spannend zu sehen, wie aktiv Vice auf allen Plattformen und Kanälen agiert und wie sie ihre Zielgruppe der Millenialls erreichen wollen. Insbesondere Snapchat und Facebook sowie Bewegtbildformate spielen eine große Rolle. Native Advertising ist als Erlösmodell enorm wichtig, wobei uns versichert wurde, dass es eine strikte Trennung zwischen Redakteuren und Werbeverantwortlichen besteht. Und auch der Ausbau der Verticals, insbesondere im Bereich Reise, wurde diskutiert.

Der letzte Konferenztag war insbesondere durch die stattfindenden Industry-Panels dominiert. Hier haben Mitarbeiter aus Medienunternehmen einen Einblick in die Praxis gegeben und so hat es einen Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gegeben. Für uns hier an der HMS ist das ziemlich normal, an anderen Universitäten ist die Nähe zu den Unternehmen jedoch nicht immer gegeben. Am Abend gab es dann noch eine schöne Abschluss-Fahrt mit dem Boot über den Hudson River. So hieß es nach einer Woche voller Input und Diskussionen: Good Bye, New York!

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